ist so reich worden." Wohl urteilet der Kaiser an dem, daß sich die,so sich in besonderm Glück weder die andern aus Armut, niedrigem Standund Geschlecht erheben, vieler Haß und verschiedentliche Meinung undSchmähung müssen leiden. Ist auch nach der Lehr Cornelii Taciti imII. Buch der menschlichen Natur einpflanzt, daß sie der andern neuesGlück und Wohlfahrt allweg ansieht mit neidigen Augen.
102. Ein lächerlicher Spruch.
Ich hab einen Priester gekennet, der im Jahr MDV eine Predigt tátvon der Geburt Christi; da schalte er drin auch die Bauern, daßsie ihre Kinder so zártlich und lind aufzögen, und saget: Ihr haltetEuer Kinder gar weich und mit linder Speis und wickelt sie in linnenWindeln, Joseph aber hat Christum, den Heiland, mit ungeschmacktemHaferbrei ernähret und in die Viehkrippen geleget."
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103. Von der Mönchen Geduld.
Is ein Bettlermönch ein Bauern sahe, der unbarmherziglich in seinenEsel schlug, der ein große Last trug, saget er zum Bauern:Warum schlägst das arme Tier so hart?" Antwortet der Bauer:Was gehts Dich an? Er ist noch nicht so schwer geladen, daß ernicht dazu auch tragen könnte die ganze Geduld Deines ganzen Ordens."Und als der Mönch mit Murren die Ursach fraget, sprach der Bauer:„ Er murrt auch unter so ein großen Bürden nicht, und Du hast ineinem einigen Wort Dein Ungeduld gezeigt."
104. Von einem Advokaten.
in Advokat ward, nachdem er viel Händel gewonnen hátt, einMönch. Und da ihm die Händel des Klosters anvertraut wurden,ginge das meist verloren. Fraget ihn der Abt, warum er allweg dieSachen verlieret, antwortet er:„ Ich darf nicht mehr lügen als vor,derhalben verlier ich."
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