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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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98. Ein lächerlicher Spruch Petri Luder.

etrus Luder, der vordem in Basel die Kunst der Arznei und anderfreie Kunst lehret, ward auf ein Zeit von eim Theologo geladenzum Frühmahl; wie er nun bei einem guten Trunklein Weins( wo wirfröhlicher und in der Red freimütiger werden) scherzweis etwas heraus-redet von der Dreifaltigkeit wider die Lehr der Theologen, beklaget sichder Theolog, er hätt den Theologen und noch mehr dem christlichenGlauben ein Unbilligkeit bewiesen. Widerrief Petrus den Schimpf undIrrtum und saget: Seid guter Ding, Herr Doktor, dann ich willnichts halsstarrig und verwegen beteuern; eh dann ich mich dem Feuerunterzoget, wollt ich eh glauben ein Bierfaltigkeit."

99. Von einem, der ein Esel kaufet.

in Knecht hat seinem Herrn sollen ein schönen Gaul kaufen undkaufet ein Esel. Wie der Herr darob gar unwillig war, saget derKnecht: Fürwahr Herr, wann er wird nach der Art und Größen derOhren wachsen, so wird ein fast großer und stattlicher Gaul draus werden."

100. Ein schimpflicher Spruch.

inem Gesellen mein war aufgesetzet worden zweierlei Wein, ein neuernicht gar so gut, und ein alter eines bessern Geschmacks; als ihmder neue dargeboten ward, weigert er sich und saget, man sollt dieAlten ehren, er wollt auch lieber dem alten folgen.

101. Ein schöner Spruch Kaiser Friedrichs, des Dritten.

18 Kaiser Friedrich, der Dritte, auf der Reis nach Rom durchFlorenz kame und gesehn hátt den großen Reichtum Cosmos vonMedici, der doch vor Zeiten, wie man sagt, ganz arm gewesen war,soll er gesagt haben:, wie viel Schmach und schändliche Wort hatder gelitten, und wie oft ist er mit taubem Ohr weitergangen, bis daß er

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