sich, sagend, er höret nicht gern die Leut schelten und von ihnen übelreden, was in solchen Predigten oft geschähe.
sisen
95. Ein schimpflicher Spruch.
Is einer ein Priester, mir wol bekannt, für weibersüchtig Glossar ::: zum Glossareintrag weibersüchtig schalt,
Ats
ſaget ein ander, der dem Priester auch nicht günstig war, stracksdarauf:„ Du bist ein guter Mensch, der Du umsonst und von freienWillen den Menschen die Wahrheit sagst, so ander solches nicht tunmöchten, sie würden denn gezwungen entweder im Gericht, oder instrenger Frag oder des Lohnes halber", was danach ist zu einemSprichwort worden.
I
96. Von eim låsternden Priester.
ch hab ein Priester gekennet, der alle Menschen schalte und sein3ung an aller låsterung schärfet; oft strafet ich ihn, er sollt dasnicht machen, er aber antwortet allwege:„ Ich schelt die Leut, ich gebszu, aber dasselb geschieht mir, und drum tu ichs nur um des Aus-gleichs willen."
97. Eine Fabel, warum Christus gelitten hab.
Mein Herr und Abt von Zwiefalten hat mir auf ein Zeit dieſe
Fabel über Tisch zu einer Ergößung gesagt: Nachdem die heiligDreifaltigkeit bei ihr beschlossen hátt, das menschliche Geschlecht zuerlösen, sollt der Vater gesagt haben, er wår nun mit Alter beladenund darum nicht tauglich, auf die Erden geschickt zu werden um derErlösung der Menschen willen. Der heilige Geist aber hått sein Gestaltund Aussehn vorgeben, es möcht lächerlich werden, daß der, so dasmenschliche Geschlecht erlösen sollt, in Gestalt einer Tauben sollt obenam Kreuz hangen. Darum hátt Christus, der Sohn, legtlich gesagt, ersähe, das ginge auf ihn aus( wie man sagt im Sprichwort), und derganze Handel war auf ihn gespielet; hátt sich also darein ergeben unddas Kreuz von freiem Willen auf sich genommen.
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