89. Von denselben.
err Hans Spát, Ritter und Herr des Fleckens 3wiefalten, fraget
Herr
dessen er wol bedürfte. Antwortet der ander geschwind:" Ich weißfürwahr ein, dann gestern am Abend hat meines Müllers Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib einKindlein geboren, an dessen Frömmigkeit ich gar kein Zweifel hab."Aber der andernhalb zweifelt er frei. So der Priester LeonhardClemens. Auf dieselbe Art hat auch der treffliche Prediger zu Heidel-berg Jost Schwab gesagt, wie er gefragt ward, ob auch die Fürstender Welt möchten eingehn in das Himmelreich: Sie möchten eingehn,wann sie in der Wiegen stürben.
AL
90. Ein Sprichwort wider die Unweisen.
ls Daiglin, der Kantor zu Kostnis, neulich ein unweisen Menschensahe, saget er zu ihm:„ Du warst überaus tauglich zu einem Bürger-meister." Als der die Ursach fraget, antwortet er:„ Du hältst nämlichdie Weisheit gesammelt und gleich als ein Schaß verborgen, dann DuDich ihrer bisher nie bedient hast." Dieser nahm solche Red überausübel, dann er sich mächtig weise däuchte.
W
91. Ein anders Sprichwort wider dieselben.
ann wir Schwaben die Dummheit eines Menschen wollen zu ver-stehn geben, so sagen wir: Bei dem wär gut Weisheit zu ver-bergen, dann es wirds niemand bei ihm suchen.
92. Ein Spruch wider die Verräter und Angeber.
Ich hab neulich ein bischöflichen Pedell gesehn, den lobeten etliche
meisten wår er zu loben von seiner Zungen wegen, die hätt ein son-derliche Stärken; denn", saget er, mit ihr fann er auf einmal drei
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