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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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selber: Vater, soll ich den Bruder die Stieg hinabwerfen?" DerVater antwortet oder nickt vielmehr: Ja." Ist Not, daß manssoll aufschreiben.

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82. Ein Spruch Johannis von Leipheim.

Is wir jüngst mancherlei Gesäng der Vögel lobeten, saget einer vonden Gästen: Ich hor keines Sommervogels Gesang lieber dennden des Frosches, weil er Wärme und linde Luft anzeigt ohne Reif."Seither wird der Frosch genannt Herrn Johanns von Leipheim Sommer-vogel; derhalben bei unsern Bauern im Sprichwort ist, der FröschenLied sei himmlisch, der Lerchen höllisch; dann die Lerche singt auch inder Kälten, aber der Frosch allein in der Wärmen.

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83. Ein Histori von eim einfältigen Maidlein.

Ou Freiburg ist, wie mir gesagt wird, ein ehrsame Frau gewesen,die am Palmtag ein sonderlich einfältig Maidlein in die Kirchengeschickt hat zu beten. Und wie die also eilet in die Kirchen, kamenihr die Leut entgegen mit dem Heiland auf dem Esel und wollten ihnzu einer andern Kirchen führen, wie es dann bei uns der Brauch ist.Wie das Maidlein sahe, daß der Herr hinwegginge, ist sie auch wiederheimgangen; fraget die Frau, warum sie sobald wiederkåme, sprachsie: Frau, wie zu rechter Zeit bin ich kommen, dann wie ich ein-tret, ist Christus auf ein Esel gestiegen gewesen und hat gleich wollenhinweg reiten; wie er hinweg gewesen ist, bin ich auch heimkehrt."

84. Eine Geschicht von etlichen Landsknecht.

tliche Landsknecht, so in der Schlacht waren umfommen, sind, aufdaß sie auch den rechten Kriegsbrauch hielten, mit dem rotenFeldzeichen( wie denn des Heilands Zeichen gemalt wird und das vonSankt Jürgen, dessen Fähnrich nach alter Freiheit von Alters her dieSchwaben sind) und in guter Ordnung hinab in die Höll zogen.

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