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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
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79. Von einem einfältigen Bauern.

in Bauer ginge zu seinem Nachbarn, dem sein Hausfrau war zuGrab getragen, tröstet ihn und saget: Mir ists leid, daß DeinWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib ist in den Himmel gefahren", vermeinet, er wollet also den Todumreden. Antwortet der Nachbar aus gleicher Einfältigkeit: Ichsag Dir Dank; Gott geb, daß Du nimmer dahin kommest."

80. Eine lächerlich Antwort eines Maidleins.

Im Kloster Zwiefalten war ein Hufschmied, ein alter Mann, der

jung und wolgestalt war, mit den Händen den Leib an, wies deralten lústern Gecken Brauch ist; wie er ihr den Ars betastet, saget er:,, Elisabeth, da liegen noch viel starker Kampf verborgen", vermeinetVenuskämpf. Antwortet das Maidlein: Schweig nur, Du wirstkein Ritter da und wirst Dir auf diesem Stechplatz kein ritterlich Gaberholen. Ich glaub auch, Dein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib hab Dich in dem Stück schonlängst zum ausdienten Ritter gemacht. So aber einer kein Falkenhat, muß er mit Eulen beizen."

81. Von der Mönch Geizigkeit.

in Bruder Bettlerordens hätt einem fast reichen Mann, der anseinem Todbett und in den letzten Zügen lage, Beicht gehört.Nach der Beicht aber führet er des Manns einigen Sohn zum Siechenund erzählet ihm von den vielen Geschenken, die der Vater seinenOrdensbrüdern verordnet hätte zu geben für Leichenbegångnis, Jahrzeit,Grab, für ein Kelch und Meßgewänder und viel anders mehr, undfraget den Vater bei jedem Stück, ob es so wår. Antwortet derKranke:" Ja", aber schier allweg hátt es geschienen, er nickete nurvon der Schwächen wegen. Der Sohn vermerket aber des VatersSchwächen, der nichts mehr sorget oder wußte von den zeitlichen Gütern,fennet auch des Mönchs geizige Betrüglichkeit und fraget derhalben

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