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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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Juden abzuwenden, und ermahneten ihn mit viel Bitten, ein Christzu werden. Letztlich ward der Jud durch die emsige Bitt bewegt undsaget, daß er von erst möcht gen Rom reisen, dort des obersten BischofsLeben und Wandel beschauen und sich danach beratschlagen. Zog alsogen Rom und erfuhr die Sitten der römischen Stadt; und da erwieder zu den Fürsten kehret, saget er, er wollt ein Christ werden,und das darum, daß in Rom so ein ärgerlich Leben wár, und daßalles schändlich und lästerlich Wesen so im Schwang ginge, daß unserSach und Glauben kein Bestand könnt haben, wann nicht wir Christenmit sonderlicher Hilf des wahren Gotts behütet würden und nicht alsoeinen hilfreichen und gnädigen Gott hätten.

73. Von einem Edelmann und einem Mönch.

in Edelmann, so meinen Vorfahren wohlbekannt war, ein red-licher Kriegsmann, erwischet, als er auf ein Zeit einer Reichsstadtöffentlicher Feind war, einen Mönch, der in die Stadt hinein gehnwollt und ein Ballen Tuch trug, seine Brüder zu bekleiden; danahm er dem Mönch ein Teil vom Tuch, damit er sich auch selbstkönnte bekleiden. Der Mönch ward unwillig und drånet ihm im Weg-gehn, er mußte das Tuch am jüngsten Gericht wiedergeben. Als derEdelmann solches höret, nahm er ihm auch das übrig Tuch und denMantel dazu und saget: So Du mir so einen langen Verzug zugibst,Dich zu bezahlen, wollt ich Dir das Kloster dazu nehmen, wo ichsanders tun könnte."

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74. Von demselben.

ie derselb Edelmann mit der obgemeldten Stadt von Fried undEinigkeit wegen unterhandlete, und die Obern der Stadtfür die Unbilligkeit und Schaden, so er ihnen hätte zugefügt, vieltausend Gulden begehrt hätten, geht die Sag, er hab aus seinerTaschen ein böhmischen Pfennig herauszogen und gesagt: Auf daßIhr sehet, daß ich willig sei zu bezahlen, so gib ich Euch jezzo dieses

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