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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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62. Von demselben.

erselb trug einmal zur Zeit der Pestilenz und eines Sterbensetlich Heiligtum hin und wieder, und wohin er kam, predigeter allezeit dem Volk und verhieß mit andächtig Worten, wer seinHeiligtum füßte, würde desselben Jahrs nicht an der Pestilenz sterben,dafür er mächtig viel Gelds zusammenbrachte. Zulegt ward er ver-mahnt von einem Doktor, er sollt nicht mit so aufsäßigen Wortenreden, noch das Volk zu Aberglauben bringen, und woher er solcheitel Wähnen herhått. Antwortet er fein füglich: Ich hab rechtund wohl gesagt, ein jeder, so das Heiligtum küssen würde, sollt derPestilenz ledig sein. Die Bauern haben aber allein das Glas geküßtund nicht das Heiligtum; denn ich wollt sie eher all dem Teufel( damitich mit seinen Worten red) schenken, eh sie mir sollten mein Heiligtumkussen", von dem doch viele glauben, daß es Roß- oder Eselsbein sei.

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63. Von demselben.

Die derselb auf ein Zeit aus seinem Sack wollt herausnehmensein Heiligtum, mit dem er pfleget die Bauern zu betrügen,fand er nichts denn Heu, dann die Bauern hätten ihm die Nacht vorherdas Heiligtum heimlich herausgenommen und von guten Possen wegendafür Heu hineingeschoben. 3og Fysilin das Heu heraus und sagetmit geschwinder Arglist, es war das Heu, darauf geruhet hätt unserHeiland in der Nacht seiner Geburt, und wäre auch von einer solchenKraft, daß weder Ehebrecher, noch Ehebrecherin dürfte hinzugehn.Derhalben liefen, wiewohl es viele gedäuchte, es war ein Lüge, Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiberund Männer haufenweis hin, zu ehren das Heu mit ihrem Opfer,auf daß niemand auf ihm selber Argwohn brachte.

64. Von demselben.

erselb wettet mit einer Wirtin um ein herrlich gut Mahl, siemüßt auch hingehn zu seinem Altar, und hätte auch gewonnen.Dann die Wirtin wollt lieber das Mahl bezahlen, denn in den Arg-

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