Da kamen sie auch übereins, ihr Männliches herauszunehmen, undwer in dem Hausrat am besten bestellt wår, der müßt die ganze Zechenzahlen, und der Pfaff behielt den Vortritt. Das erzählet er mir undandern zu seim Lob und rühmet sich, daß es ihm späterhin bei denWeibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern viel nüß gewesen wär; der Bischof hat ihn aber mit zehnGulden gestraft.
Jo
56. Von einem Bauern.
ch hab ein Bauern gekennet, der, da er ein Sau måsten wollte, ihrim Tag nur zweimal gab zu essen; und da sie stetig mager blieb,ward er unwillig und klagets seinem Nachbarn. Als ihn der aberstrafet, er sollte ihr nicht nur zweimal, sondern drei oder mehrmal zuessen geben, antwortet der Bauer:„ Drei oder mehrmal? In keinemWeg nicht; muß doch ich mich auch genügen lassen, zweimal im Tag zuessen, der ich dann doch ein harter Arbeiter bin." Vermeinet, ein arbeitendMensch müßt mehr essen weder ein Schwein.
W
57. Von einem Ritter.
ann Herr Wilhelm Ritter von Stadion höret, daß ander Gästin den Herbergen fragten um gut Speis und Trank, fraget ernur um ein gut Bett und sauber Leilachen, saget, das Abendessenwähret kaum ein Stunde, so dagegen die nächtliche Ruh sieben oderacht Stund.
N
58. Von eim edeln Jüngling.
eulich ist bei mir gelegen ein edler Jüngling, ein Schüler, denhátt ich zu often Malen aufgeweckt, auf daß er zu Ehren soheiligen Festes( dann es war unser Frauen Geburtstag) wollt einsfrüher aufstehn und in die Kirchen gehn; fraget er, dann ihm nichtbewußt war, was für ein Fest wäre, ob man beginge das Fest derBeschneidung unser lieben Frauen. Diese Frag hátt ein solche Ursachgeben zu lachen, daß schier war ein Sprichwort draus worden.
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PLCELLen JUNQUALLER