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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Seite
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34. Von einem, der in eim Sturm auf dem Meer gewesen ist.

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ie sich erhebet hátt ein Sturm auf dem Meer, fing einer gei-ziglich gesalzen Fleisch zu essen an und saget, er würde heutmehr zu trinken haben, denn vor nie.

35. Von eim andern.

Wie ſich ein Sturm erhob und die Leut geheißen worden, ſie ſollten

alles, was schwer wår, ins Meer werfen, nahm einer seinWeib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib und warfs am allerersten hinaus, wodurch er bezeuget, daß erfein schwerer Sach hätte.

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36. Von einer Pfaffenhur.

nsere Vorfahren haben gesagt, daß die Pfaffenhuren zu der Zeiteiner bessern und frommern Welt von den Teufeln in den Lüftennicht anders als wilde Tier von den Jagdhunden wären gejagtworden, und daß man sie danach zerrissen funden hätte; und wann einMensch, der es hörete, zu dem Waidwerk einen Jägerschrei getanhått, dem hätten die Teufel des Morgens ein Teil oder Glied derHur an die Haustür gehängt. Als nun neulich ein Priester, derseiner Hur in allen Dingen folgen tåt, den Pfleger von seim Dorfbat, er wollet sie zu einer Kurzweil im Schlitten durch den Schneeführen, wie es zu Winterszeiten und in der Fastnacht Brauch ist, undes nach seinem Willen geschahe; sprang ein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib hervor und saget,vor Zeiten hätten die Teufel die Pfaffenmeßen in der Luft geführt,jezund tåtens die Pfleger und Gewaltigen dieser Welt in hohen Wagen,und alle Ding geschähen verkehrter Weis.

37. Von einem Abt.

in Abt hätt ein Maidlein geschwächt, die er dann, weil er ihr sattwar, unbegabt und aller Notdurft bar von sich gestoßen hátt.Das Maidlein ging im Verdruß von der Verstoßung, ihr Armut und

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Bebels Schwenke, Bd. I

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