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Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
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da ist er im Bad ein wenigs abseits gangen und hat dort ein Haufleingeschissen. Und wie zuleßt der Badreiber auch zu ihm kam und ihn wiedie andern reiben wollt, da saget er: Geh, ich bedarf keines Reibens,dann der unsauber Schweiß ist schon von mir herausgangen." Istauch endlich sein Schweiß durch das Schmecken offenbar worden.

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12. Ein Spruch eines ungeschickten Menschen.

Our Zeit der Ostern fraget ein Schneider in Reutlingen sein Knecht,ob er auch war zum heiligen Sakrament gewesen und empfangenhätt den Leib des Herrn Christi. Antwortet er: Ja, ich bin dazugangen, und das mit gutem Recht, dann ich hab es teuer genugkauft." Und da er weiter gefragt ward, wie ers kauft hátt, spracher: Ich bin zum Altar gangen und hab für ein klein Bißlein einguten Pfennig geopfert." Da strafet der Schneider den Knecht vonseiner Unwissenheit wegen, dann fürs Sakrament kein Schatz und dieganz Welt nicht genügsam wår. Darauf hinwieder der Knecht: Hörauf, also zu wähnen: wann es dermaßen also ein edel Ding wår, eswürd weder Euch noch mir jemals geben werden."

13. Von einem Priester.

Ich hab ein Priester gekennet, der hätte befehlen sollen, die Vigiliedes hl. Matthias bei Straf der Erkommunikation zu fasten; er tátomit einem Fluch befehlen.

14. Von eim andern.

suf ein Zeit prediget ein ander bei eim groben Völklein vom Ein-

schönen und hohen Gaul gesessen war bei diesem Einreiten in die Stadt.Der Meßner ermahnet ihn, es war nur ein Esel gewesen; da schrieder Pfaff mit lauter Stimm: Leck den Esel im Ars! Ich möcht kein

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