ihrer Arbeit ein wenig Ruh hätten." Saget ein ander drauf:„ Wanner solche Stárk in den Händen hätte, als er im Mund und in derZungen hat, so würd er von keiner Arbeit müde."
9. Ein Sprichwort wider die Polen.
Meil ich in Sarmatia war, höret ich, wie ein Sprichwort ging unter
"
Preuß sein Herrn verriet, der Böhm ein Keßer, der Schwab ein Schwätzer."Und als ich solches unter den Unsern meldet und erzählet, saget einerdarauf, daß die Polen von einer solchen Geistlichkeit wären, daß siemit geringerm Gewissen ein Roß stehleten an einem Sonntag, denndaß sie am Freitag Milch oder Butter åßen. Ein ander saget nochhöflicher dies dazu:„ Der Pol ist so geistlich, daß er, ehedann er von Über isteder Kirchen ausblieb, bei nächtlicher Weil zum Fenster hineinsteigt."So gab er heimlich ihr Neigung zum Stehlen zu verstehn. Ich wolltaber nicht gern mit Ernst was unehrbars von diesem Volk sagen, dannes ein christlich und fromm Volk ist.
10. Ein Geschichte.
in ganz ungeschickter Dorfpfaff wußte nicht, was er am Auferstehungstag in der Meß singen sollet, und so schicket er sein Meßnerzu dem Priester im nächsten Dorf. Und als der gesagt hått:„ DasResurrexi," hått ihm der Meßner, der dann der lateinischen Sprachkein Wissen trug, nur die einig Silben re gemerkt, die er immerzubei ihm selbst wiederholet. Wie der einfältig und ungeschickt Pfaff dieBotschaft gehört hátt, saget er:„ Gut ists, man muß ein Requiemsingen, dann es ist heut zu feiern der Tag der Grablegung Christi, dervor dreien Tagen gestorben ist."
11. Ein treffliche That.
Du Freiburg war einer im Bad, der neben den andern gar versäum-lich und ohne die schuldige Ehr gehalten ward, sonderlich mit demReiben, so der Ursach halber geschieht, daß der Schweiß herausginge;
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FERRULLER