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3. Ein schimpflicher Spruch wider die Müller.
Dam ein Bettler zu einem Bäcken, begehret, daß er ihm von wegen,daß er auch seines Handwerks Genoß war, ein Almosen gåbe.Fraget der Back, was für ein Handwerk er getrieben hátt; da ant-wortet der Bettler, er war ein Müller gewesen. Der Bäck sprach:,, Wieviel Bauern sind in dein Mühle gefahren?"" Sieben," antwortetder Bettler.„ Sieben?" saget der Back, o du grober und ungeschickterFlegel, diese sieben Bauern, die hätten all müssen eher betteln gehndenn ich." Wollt mit diesen Worten auf den Spruch des gemeinenManns deuten, da man sagt von dem Stehlen der Müller.
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4. Wider dieselben.
ar ein Ritter, der hått seinen Müller am Diebstahl ergriffen, undwollt ihn henken. Wie der Müller schon die Leiter zum Stranghinaufstieg, hátt der Junker heftig gebeten und bei Glauben begehretdaß er ihm doch einen Müller anzeiget, der fromm und treu wår.Darauf schwor der Müller bei einem Eid, er wüßt keinen anzuzeigen.„ Wenn der Sach also ist," sprach der Ritter, so steig wieder herabund bleib bei Leben; dann ich will lieber Dich haben, dessen ich nungewohnt bin, weder daß ich vielleicht an ein heftigern Dieb kommen sollt,denn Du bist."
5. Wider dieselben.
Sin Edelmann saget in meiner Gegenwart zu eim Müller, so mirwohl bekannt ist:„ Wann ich Gott und den Heiligen so vielgeopfert hätte, als Du gestohlen hast, wer wår heiliger unter allenMenschen, denn ich? Und Du müßtest mein Todstag mit Feier undFasten heilig halten."
Es sollen mir solches aber die Müller nicht für übel halten, dannich schreib Fabel und Geschwank, nicht Wahrheit oder geschehne Ding.
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