1. Ein lächerlicher Spruch eines Priesters.
Ou einem Grafen, dem unser Fürst, Herzog Ulrich von Württemberg,als Obsieger in billigem Krieg ein Städtlein mit samt dem Schloßabgenommen hátt, kam ein Priester, der ihm freund und bekannt warund verkündigte ihm die traurige Mår und Schaden, wie Städtlein undSchloß vom Herzog Ulrich gewonnen und eingenommen wår. Daantwortet der Graf, es war kein Schad, er hätte es nicht teurer ver-kaufen wollen; da saget der Priester fein pössisch dawider:„ Wahrlich,das hör ich gern, denn ich hab hart besorgt, wir hättens zu ringverkauft." Er war nämlich bei der Aufgab dabei gewesen.
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2. Ein kurzweilig Antwort einer Jüdin.
Ich bin vor einer Zeit gewesen in dem Städtlein Hechingen, dasda liegt in der Herrschaft der Grafen von Zollern. Dort traf ichein Jüdin, die schön gestalt von Leib und auch fröhlich und schwänklichdazu war. Und als ich ihr riet, daß sie den christlichen Glaubenannahme, antwortet sie nichts ungebührlichs. Sie hätt aber glaubt,daß die Beschneidung ebenso viel gålte als die Tauf, fraget mich vorragendex
auch, wie hoch und köstlich wir die christliche Tauf achteten. Da antwortetich:„ Trefflich hoch, und ohne sie wären die Pforten des Himmels ver-schlossen." Da sprach sie wieder:„ Aber wir jüdische Frauen haltenwenig von der Beschneidung." Wie ich aber die Ursach fraget, ant-wortet sie:„ Denn wir wollten viel lieber, daß dem männlichen anunsern Männern ein Stück hinzugesetzt würde, denn daß es ihnen solltbeschnitten werden."
3 Bebels Schwanke, Bd. I
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PWLLen JUHDUULLER