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an der Isar die Pirke die Martinsgerte. In Thüringenschlagen am 28. Dezember( Kindleintag) die Kinder dieVorübergehenden um die Beine mit Birkenzweigen. ZuFastnachten schlagen die Burschen allgemein in Nieder-deutschland( Hannover, Mecklenburg, Holstein) die Mädchenmit Birkengerten und beschenken sie damit. Man benutztmanchmal statt der grünen Gerten zarte aus Silberdrahtgewundene Ruten, an welche Wickelkinder, schnäbelndeTäubchen gebunden waren. Ebenso stäupen zu Fastnacht
die Knechte in der Altmark mit Birkenreisern nach derOrdnung die Hausfrau, die Töchter, zuletzt die Mägde.Am ersten Ostertage schlagen in Polen und Schlesien dieBurschen die verschlafenen Mägde mit Birkenruten ausdem Bette. Ebenfalls zu Ostern schmackostern sie inLitauen, Samland, in der Neumark. In der Neumark stiepensich auch die Mägde einander mit Birkengerten, woraufsie sich mit Eiern( Symbol der Fruchtbarkeit) beschenken.
Da die Birke die Lebensgerte ist, sollen auch dieKinder nur mit Birkenruten geschlagen werden, sonstwachsen sie nicht. Die aus Birkenruten( oder aus demBesenkraut Artemisia) gemachten Hexenbesen wurden inOberbayern gegen Furunkel geopfert. Das Birkenreiswurde auch als Bade(= Lebens) Queste benutzt. Vielleicht,vermutet Höfler, war die Birke einmal weiblicher Lenden-schmuck, ähnlich der Laubschürze der Negerinnen Glossar ::: zum Glossareintrag Negerinnen.
Da die Birke ein kraftvoller Lebensbaum war, wirdsie vielfach in der abergläubischen Volksmedizin in sexu-eller Hinsicht angewendet. Der Birkenwein lieferte dengermanischen Schönheits- und Stärketrank. Vor allem galter als Stärkungsmittel für die„ brüchigen" Männer, dieman als impotent ansah. In Böhmen ist der Birkensaftein gern gebrauchtes Schönheitsmittel, der zudem die Frauenfruchtbar macht. Birkenlaub hilft auch den Männern gegendie geknüpfte Nestel, die da also den Beischlaf nicht zuvollziehen imstande waren.