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Volkskunde in Österreich : Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca
Entstehung
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Olaf Bockhorn und Helmut Eberhart

Einleitung

,, Nicht um der allgemeinen Sitte zu huldigen, sondern um gewisse, mirgenau bekannte Gebrechen, woran dieses Werk leidet, zu erklären, ja zumTheile sogar zu entschuldigen, musste es mit einem Vorworte versehenwerden, worin auch Einiges über seine Entstehung gesagt werden mag,die manche seiner Gebrechen erklären wird"( Schreiner 1843, V).Dieser Satz aus dem Vorwort eines naturhistorisch- statistisch- topog-raphischen Gemähldes der Stadt Graz und ihres Umlandes aus demJahre 1843 gilt in ähnlicher Weise auch für die folgenden Bausteine zuGeschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca.In den frühen 90er Jahren konzipiert und mit einigem Elan in Angriffgenommen, sollten sie als damals aktueller Sammelband erscheinengeplant als Pendant zu dem 1988 in erster Auflage erschienen Grundrissder Volkskunde", in dem Österreich zwar mitberücksichtigt worden, aberlediglich mit einer heimischen Fachvertreterin, Elfriede Grabner, vertretenwar( Brednich 1988).

Die Volkskunde in Österreich war als Handbuch, vor allem für Stud-ierende, gedacht, die sich für Volkskunde/ Ethnologia Europea( so dieseinerzeitige Bezeichnung der Studienrichtung in Österreich) entschiedenhatten. Der letzte einigermaßen vergleichbare Versuch hatte inzwischenallenfalls noch fachgeschichtliche Bedeutung( Mais 1952). Das Konzeptunseres Bandes( denn an eine Buchveröffentlichung zu denken war nocheine Selbstverständlichkeit) sah jedoch keineswegs eine Abrechnungmit der volkskundlich- wissenschaftlichen Vergangenheit in unseremLand vor, sondern eine Dokumentation des gegenwärtigen Standes einerzeitgemäßen Kultur- und Gesellschaftswissenschaft. Ziel war zum einen,die sich wandelnden und erweiterten Forschungsfelder sowie Wege indie Zukunft aufzuzeigen, zum anderen auf Theorien, Methoden und dieGeschichte des Faches in Österreich einzugehen.

Die vorgesehene( und letztlich beibehaltene) Gliederung in fünf Haupt-kapitel lautete: Geschichte der österreichischen Volkskunde- TheoretischeAnsätze und Methoden Kanon im Wandel- Frühe Leistungen/ NeueAnsätze Wege in die Zukunft. Vor allem im zentralen Kapitel Kanon

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