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beizubringen. In den Anmerkungen, die ebenso wie die Märchen selbstden angeführten polnischen ethnographischen Zeitschriften und demWerke Oskar Kolbergs entnommen sind, ist auf die Varianten unddas Vorkommen ähnlicher Motive in anderen Teilen Polens Rücksichtgenommen, ohne daß jedoch das ganze Material vollständig erschöpftwerden konnte. Auf die Heranziehung der Märchenstoffe anderer slawischeroder nichtslawischer Völker habe ich verzichtet, da es mir nur daraufankam, ein Gesamtbild des polnischen Märchenschatzes zu geben und derWissenschaft zugänglicher zu machen. Übrigens sind die Parallelenzwischen den einzelnen slawischen Märchenstoffen bereits von Prof.Polivka, dem besten Kenner slawischer Volkskunde, in erschöpfenderWeise zusammengestellt worden, und zwar einerseits in den Anmerkungenzu den Märchen der Brüder Grimm, die von ihm und Bolt e¹) heraus-gegeben werden, andererseits in seinen zahlreichen Besprechungen slawi-scher folkloristischer Arbeiten, die seit mehreren Jahren im ,, Archiv fürslawische Philologie" erscheinen²).
Wegen der Bedeutung, welche die Wunder- und Zaubermärchen inder vergleichenden Märchenforschung einnnehmen, sind sie in der Über-setzung besonders bevorzugt worden und nehmen deshalb an Zahl denersten Platz ein. Für das Studium der Übergänge des mitteleuropäischenMärchenkreises zum osteuropäischen und umgekehrt sind die polnischenVolksmärchen von großer Wichtigkeit, da sie zwischen den deutschenund russischen eingelagert sind. Dadurch, daß ich einige wichtige Märchen-stoffe, die sich über ganz Polen erstrecken, mit ihren Variationen in dieSammlung aufgenommen habe, glaube ich der vergleichenden Märchen-forschung zu nützen. Die Übergänge hier genauer festzustellen, liegt nichtin meiner Absicht. Daß es eine ganze Reihe solcher Übergänge in dempolnischen Märchenschatz gibt, wird den Forschern leicht in die Augenfallèn. Besonders unter den Wunder- und Zaubermärchen befinden sicheinesteils solche, die uns aus den deutschen Märchensammlungen vonGrimm bekannt sind, anderenteils aber stehen auch viele dem russischen,insbesondere dem kleinrussischen Märchenschatz viel näher als demdeutschen. Eine nähere Untersuchung müßte die beiden Kulturströmungen,die abendländische Glossar ::: zum Glossareintrag abendländische und die orientalische Glossar ::: zum Glossareintrag orientalische, die sich auf polnischem Bodenbegegneten oder über denselben hinaus einander beeinflußten, auch inbezug auf die Märchen fixieren können. Zu diesem Zwecke wäre einegenaue Vergleichung der deutschen und russischen Märchen aus jenenGegenden, die dem polnischen Gebiet unmittelbar benachbart sind oderfrüher einmal polnisch oder slawisch waren, mit den polnischen nötig.Von Märchen z. B., die in den ostdeutschen Gebieten häufiger auftreten
1) Bolte und Polívka: Anmerkungen zu den Märchen der Brüder Grimm. Bisjetzt erschienen 2 Bände. Leipzig 1913 und 1915.
2) Vgl. z. B. ,, Arch. f. slaw. Phil." Bd. 17, S. 572 ff.; Bd. 19, S. 240 ff., Bd. 21,S. 263 ff., 273 ff. und 285 ff.; Bd. 22, S. 300 ff.; Bd. 26, S. 457 ff.; Bd. 27, S. 611 ff.;Bd. 29, S. 445 ff.; Bd. 33, S. 603 ff.; Bd. 35, S. 514 ff. Vgl. auch Zeitsch. f. öst.Volksk. I. 252 ff. und 354 ff., II, 369 ff., III, 295 ff., IV, 212, XI, 158 ff,