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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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a) Man sucht sich die reinigende, Leben und Fruchtbar-keit spendende Kraft des Feuers für animalisches und vegetativesGedeihen nutzbar zu machen( Feuersprung, Hindurchtreiben).

b) Man sieht in dem Feuer das irdische Abbild der Sonne( Sonnen-zauber).

c) Man glaubt im wärmenden und leuchtenden Herdfeuer die Ahnenals Schutzgötter des Hauses gegenwärtig.

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Von diesen Motiven, die sich gegenseitig verquicken und verschlingen,sind die zwei letzten wohl unter der Einwirkung des Christentums im Ver-blassen, umso deutlicher tritt das erste hervor. Das durch Reiben vonHölzern, durch Schlagen von Kieselsteinen oder durch Sammeln der Sonnen-strahlen gewonnene Neufeuer, živi oganj, steht heute bei den Skr. nur nochim Dienste der Volksmedizin 1, während es in der Urzeit vermutlich beiallen arischen Völkern periodisch zu bestimmter Zeit des Jahres erzeugtwurde, vgl. die Erneuerung des Vestafeuers am 1. März und die Uebertragungdes neuen Feuers vom Altar des Apollon aus Delos nach Lemnos. DieSitte des germanisch- keltischen Not- oder Reibungsfeuers, wenn sie auchnur ganz vereinzelt noch alljährlich und zwar am Sonnwendfest zu Johannisgeübt wird, macht eine ursprünglich jährlich geübte Erzeugung des Neufeuersdurch Holzreibung wahrscheinlich. Eine Nachwirkung altarischen Brauchesist wahrscheinlich auch darin noch zu erkennen, daß die römische Kircheden Ritus des Neufeuers unter ihre Osterzeremonien aufgenommen hat. Auchhier wird noch jetzt in Europa beim Osterabendläuten alles Feuer feierlichausgelöscht und das neue heilige Feuer in zeremonieller Weise angezündet" 2.In den skr. W.- Bräuchen weisen nach meiner Ansicht auf die Erneuerungdes Feuers folgende Momente hin: Um Makarska mußte früher dasW.- Feuer durch Schlagen von Feuersteinen gewonnen werden( S. 28), was einvorhergehendes Löschen voraussetzt. Häufig wird das W.- Feuer mittelst einesvom Vorjahr aufgehobenen ganzen Badnjaks( S. 22) oder Badnjakrestes( S. 27)angemacht. Vielleicht hat Potebnja³ Recht, wenn er vermutet, daß dasWegräumen der Feuerschaufel während der Badnjakeinholung mit dem Aus-löschen des Herdfeuers zusammenhänge. Ich erinnere an den merkwürdigenAberglauben, daß zu W. die Herdkette nicht heiß werde( S. 29). NachKaindl erzeugen die Huzulen am 24. Dez. ein Neufeuer, das bis zum6. Jänn. brennt.

Das antike Verbot, vom Neujahrfeuer zu verleihen, gilt auch heutenoch für das W.- Feuer der europäischen Völker.

§ 67. Exkurs über den Badnjak. Bevor wir an die Frage der Deutungdieses Brauches herantreten, wollen wir ihn in seiner geographischen Ver-breitung und zeitlichen Tiefe verfolgen.

Bei den Slowenen, die den W.- Klotz noch um 1850 unter demNamen božič verbrannten, ist der Brauch heute erloschen.

Wohl erhalten ist er dafür bei den östlichen Nachbarn der Serben,den Bulgaren, und zwar in ganz ähnlichen Formen. Er heißt bodnjak oderbodnjak, koladnik oder prikladnik; gewöhnlich verwend et man eine drei Jahrealte Eiche, die ein Bursche fällen muß. Mit besonderer Sorgfalt wird dasmirosvane Salben" des auf das Herdfeuer gelegten Baumes durchgeführt.Ein an dem dickeren Ende gebohrtes Loch wird mit Oel, Weihrauch und1 Gute Schilderungen in Zs. Karagjić I 78: Aleksinac; Jelić, Hs.§ 44:Vasojevići; WMBH IV 432. Schröder, AR. II 596.3 1. c. S. 5.

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