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vorherrschend annehmen, so werden wir denselben Gedanken bei denWasseropfern nicht von der Hand weisen können, zumal die geopfertenObjekte fast dieselben sind: Kuchen, Speisen( vgl. varica,§ 6), Salz,Getreidekörner, Aepfel, Münzen( am Georgstag auch Blumen) usw.
In der Ls. Prigorje waschen sie sich zu Neujahr mit Rotwein undWasser, damit sie rot und gesund werden(§ 42).
Der Grünzauber. Da der primitive Glossar ::: zum Glossareintrag primitive Mensch animalische undvegetative Wachstumskraft gleichsetzt, ist er bestrebt, die dem frischenGrün( Saat, Gras, Zweig, Baum) innewohnende Kraft durch Berührung oderGenuß vor allem Menschen und Tieren zuzuführen. Wenn auch diese Art desUebertragungszaubers zu W. mit Rücksicht auf die Jahreszeit zurücktritt, be-gegnen uns doch namentlich in den Küstenländern eine Reihe von hiehergehörigen Bräuchen. In den kälteren Gegenden sucht der Mensch auf künstlicheWeise( Saatteller, Barbarazweige) der Natur nachzuhelfen. Die bekannteste Formdes Grünzaubers, der Schlag mit der Lebensrute, hat sich bei denKroaten auf den 28. Dez.( Mladinci,§ 41) konzentriert, bei den Serben aberauf den 9. März, den sie ebenfalls Mladenci nennen. Der Brauch, der demdeutschen„ Schmackostern" vollkommen entspricht, soll dem GeschlagenenGesundheit und Wachstum bringen. Deshalb zählt wohl auch der serbischeHirt am Christtag beim Stalltor seine Schafe, indem er jedes mit dem Zweigeines Granatapfelbaumes berührt 1. Vgl. auch den Schlag mit dem Lorbeer-zweig(§ 6). Die magische Bedeutung des Saattellers wird uns klar, wennwir hören, daß in der Ls. Omolj am Georgstag ein Söhnchen oder Enkel-kind unter den fruchtbarsten Obstbäumen ein Rasenstück ausstechen muß,das die Sennerin zugleich mit dem Badnjak splitter unter die Milchschüssellegt, da se mladi stoka, kao mlada trava,„ auf daß sich das Vieh verjünge,wie das junge Gras"( Verquickung mit dem Motiv des Analogiezaubers). Oftfinden wir den Schlag mit der Lebensrute abgeschwächt zu einem Fächeln;das sehen wir aus folgendem Bienensegen aus der Boka: Am Christtag frühumwandelt ein Bursche mit einem süßen Granatapfel das Haus und ruft:,, Guten Morgen, mein Haus! Mir Božji i Hristos se rodi!". Er zündetdann die Räucherschale an, nimmt eine Wachskerze und einen Lorbeer-oder Oelzweig und geht zu den Bienen, fächelt sie mit dem Zweig undspricht:„ Čele moje, blago Božje, bez vas se ne može vršiti služba Božja, kakoste? Da mi se dobro rojite, e vi narod učite, kako se steče i radi, dogoj smou životu. Sve mi bile pune kao ovi šipak"; d. h., Meine lieben Bienen, ihrTiere Gottes, ohne die der Gottesdienst nicht abgehalten werden könnte,wie geht es Euch? Möget ihr gut schwärmen und das Volk lehren, wieman erwirbt und arbeitet, solange man lebt. Ihr sollt mir alle voll sein wiedieser Granatapfel." Und die Wirtin ruft aus dem Hause: Amin, Bože daj!"Dann schmückt er mit dem Zweig den Bienenstand und legt auf dessen vierEcken je ein Viertel des Granatapfels. Schließlich widmet er die Bienen derKirche und der Mutter Gottes und singt das W.- Gebet ,, Roždestvo tvoje!" 2.
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Während an der Adria zum Schmücken und Schlagen Lorbeerzweigeverwendet werden- um Konavlje bindet sich der Hirt einen solchen Zweigum den Hals(§ 6), wählt man in den Binnengegenden Kornelkirschen-und Haselnuẞzweige. Was erstere betrifft, so charakterisiert das Sprich-wort zdrav kao dren„ gesund wie K." diese Pflanze als Symbol der Gesund-heit, was wohl auf ihre Lebensdauer und die Farbe der roten, eßbaren1 ib. 298.— 2. ib. 20, 313.
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