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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Bezeichnend für den Uebertragungsglauben ist die Vorliebe für denKürbis: er macht dick und gesund und verleiht eine glatte Haut, ist alsoheilkräftig gegen Hautkrankheiten. Ein ähnlicher Glaube besteht auch beiden Rumänen( Pamfile, Craciunul, 26). Glatte Haut verleiht auch Essen vonFischen( s.§ 35).

Die in den stets heilkräftigen Speiserés ten verbleibende Kraftdarf nicht verloren gehen; man sucht damit vielfach bei der Aussaat denAcker zu stärken, andere geben sie dem Geflügel und den Vögeln zufressen oder räuchern zu Ostern damit. Alle Gegenstände, die auf oder unterdem W.- Tisch liegen, gewinnen besondere Kräfte( s.§ 35): die Pflugschar,die Beschirrung, Handwerksgerät, der Wetzstein, mit dem man bei Halswehund Eutererkrankungen über die betreffenden Körperteile streicht, das Tisch-tuch, das als Sätuch und im Wetterzauber dient, das man aber auch krankenTieren über den Rücken zieht, das Messer, welches bei der Bannung desDiebes Wunder wirkt usw.

Was den Glauben an die magische Kraft der unter dem Tischtuch liegen-den Gegenstände gestärkt haben mag, ist die früher viel häufigere Sitte derGeistlichen, zu W. die Häuser zu besuchen und zu weihen. Das Kruzifix, das erauf das Tischtuch zu stellen pflegte, wirkte auf alle darunter befindlichen Dinge.Mit dem Saft des gekochten Obstes reibt der Hausvater am W.- Morgenden Ochsen die Hälse ein, damit sie das Jahr über nicht vom Joch beschädigtwerden 2. Mit Honig oder Knoblauch vom W.- Tisch werden vielfach die Euterder Milchtiere eingerieben, damit sie gesund bleiben und viel süße Milchgeben 3. In der Ls. Resava gilt sogar der Speichel zu W. für kräftehaltig.Man schmiert ihn an die Bienenkörbe, damit im nächsten Jahr viel Honiggesammelt wird+.

Auch der zu W. getrunkene Wein hat besondere Wirkungen. Soglaubt man in Dalmatien, daß man soviel Blut in sich aufnehme, als manWein trinke 5. Damit hängt der allgemeine Trinkzwang zu W. zusammen,denn es gilt nicht als Schande, dem Alkohol über das Maß zu huldigen.Nach Ilić schrieb man in Slawonien noch vor zwanzig Jahren demWischfetzen, der vom W.- Abend bis zum ersten Fastenmittwoch, čistasreda, verwendet wurde, besondere Heilkraft zu. Mit diesem pokladnji žmak" Faschingsfetzen" rieb man den Kühen Euter und Beine, damit sie mehrMilch geben; Wasser, in das man ihn legte, heilte Wolfsbisse und Ab-schürfungen an dem Hals der Ochsen; auf den Zaun gehängt, bewirkte er,daß die Hühner die Eier nicht vertragen, sich nicht verlaufen und nichtvom Geier geraubt werden; Räucherungen mit abgeschnittenen Stückenwirkten heilkräftig 6. Vgl. hiezu Bilfinger, 54( Deutschland): wenn man ineiner der drei Nächte den Waschhader auf den Zaun hängt und dann diePferde damit abputzt, werden sie fett". Sart. S. B. III 127: Smachtlappen oderHungertuch heißt das Tuch, mit dem während der Fastenzeit das Altarbildverhängt ist. Vgl. auch Alssos W.- Bräuche, ed. Usener, 86: Item die denofenwisch auf den zaun stecken".

SEZb 14, 86( Boljevac): die Hausmutter schüttet die aufgehobenen Bro-samen und Reste bei der Maissaat in die erste Grube. 2 ib. 16, 149( Lužnica-und Nišavatal). 3 ib. 7, 294( Kosovo): Einreibung des Euters mit einerMischung von Teer und Knoblauch; ib. 13, 434( Levać und Temnić): Schmierenmit Honig; Begović, S. Gran. 288( Tobolić): mit einer Mischung von Hirse,Knoblauch, Ruß und Speck.Zs. Karagjić III 64.5 ZbNZ XX 33( Bukovica). 6 Ilić, 119.

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