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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Daß das W.- Stroh in Prigorje zugleich mit einer brennendenKerze hereingetragen wird, wurde bereits oben erwähnt. Sie brennt daselbstdie ganze Nacht 1.

In Koprivnica zündet der Hausvater die Kerze an, wenn dieAbendglocke erschallt. Sie muß die ganze Nacht brennen ebenso wie dasFeuer, angeblich deshalb, daß man die Mutter Gottes aufnehmen kann,wenn sie wieder auf die Welt kommt 2.

In Jamnica bei Zagreb trägt der Hausvater im Tischtuch Strohherein und gleichzeitig einen Korb voll Getreide, in dem eine Kerze steckt.Beim Eintritt zündet er sie an mit den Worten: Daj nam Bože svakodobro!" Gib uns, Gott, alles Gute"! 3

Auch in Draganići bei Karlovac tritt der Hausvater vor dem Stroh-tragenden mit einer brennenden Kerze unter einem Segenswunsch insHaus 4.

Otok: Hier werden drei Kerzen vorbereitet und zwar je eine für denW.- abend, den Christtag und das Neujahr 5.

In Hlebin e zündet der Hausvater die Kerze nach dem Abendläutenan dem Feuer des Küchenofens an und trägt sie vorsichtig in die Stube;wenn sie verlöscht, stirbt jemand im Haus. Er spricht beim Eintritt denselbenSegen wie nach ihm der Stroh- und der Getreideträger( s.§ 27). Die Kerzevertritt also hier sozusagen den ausgestorbenen Badnjak. Sie brennt dieganze Nacht in dem Getreidegefäß 6.

In der Lika( Ort Banija) stéllt man die vom Hausvater hergestellteKerze in ein Gefäß, in dem verschiedene Getreidearten sind, jedoch keinWeizen, angeblich deshalb, weil man daraus die liturgjija kocht.

Zum Schluß sei noch erwähnt, daß man in den katholischen Gebietenmit Fackeln zur Christmette geht, die zublje, luč, buktinje, auch mačaleheißen und von den Burschen gern geschwungen werden.

Mirbožanje.

§ 37. Die Einzelheiten dieses Brauches, der sich bei den dinarischenSerben am schönsten erhalten findet, bei den Katholiken, wie es scheint,überhaupt nicht, hat Milićević am besten geschildert: Vor der Haupt-mahlzeit des Christtags reicht der Hausvater dem ältesten Mann der Familieeine brennende Kerze( vom Vorabend), während er selbst eine solche hält,die man früh im Namen der hl. Dreifaltigkeit hergestellt hat. Sie küsseneinander, dann spricht der Hausvater: ,, Mir Božji!"," Gottes Friede!", derandere: ,, Vek i Amin!"," In Ewigkeit Amen!". Dieselbe Zeremonie vollführtder Hausvater mit allen männlichen, dann mit allen weiblichen Hausgenossen.Letztere küssen ihm außerdem noch Brust und Hand. Nur seine Frau küẞtder Hausvater auch bei dieser Gelegenheit nicht. Nach dem Hausvaterwiederholen alle der Reihe nach mit derselben Kerze die geschilderteZeremonie 7.

Nach Vuks Bericht halten in der Crna Gora und Boka alle jeeine brennende Kerze. Ausnahmsweise küßt der Mann an diesem Tag seineFrau, was sonst als Schande gilt. Zum Schluß sammelt der Hausvater alleKerzen ab und stellt sie in das Getreidegefäß auf den Tisch. In Risan beginnt

1 ZbNŽ XIII 29.

-2 ib. I 238.-

3 Sertić, Hs. 2. Sertić, Hs. 1.- 5 ZbNŽ II 390. ib. I 214 ff. Mil. ŽSS 171, P. 17.