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Seidenfaden und goldenen Nüssen. Der Kuchen wird am dritten W.- Taggegessen, die Bogatica ins Feuer geworfen. In Čobanac steckt man auf denKuchen einen Zweig Basilienkraut; dieser heißt aber nicht bogatica, sondernso heißen hier die Verzierungen, šare, auf dem Kuchen. In Lovra iẞt manam W.- Abend einen Kuchen zdravlje„ Gesundheit" 1.
§ 34. Sonstige Speisen und Getränke. Der Weihnachtstisch. Allge-meines: Wie bei den Bulgaren gilt auch bei den Serbokroaten derGrundsatz, daß die Weihnachtstafel von allem aufzeigen soll, was Garten undFeld hervorbringen. Die Fülle der Speisen und Getränke ist sprichwörtlich.Reichliches Essen und Trinken gewährleistet allen Sattheit und Reichtumfür das ganze Jahr. Die Serben essen zu W. meist nicht vom Tisch( niedrigeEẞscheibe), sondern legen die Speisen anf eine Decke, unter der W.- Strohliegen muß, und verräumen für einen Tag die Eß- und Feuergerätesowie die Sessel. Bei den Kroaten und überhaupt in den nördlichenund westlichen Landschaften bleibt der hohe Tisch stehen, doch mußauch hier unter das Tischtuch Stroh gelegt werden. In allen Landschaftenwird die Tafel drei Tage lang nicht abgeräumt, sondern höchstens zugedeckt,damit die Seelen der Abgeschiedenen sich laben können, auch das Kehrichtbleibt so lange liegen. Vor dem Abendessen leitet der Hausvater ein feier-liches, oft halbstündiges Abendgebet, während dessen die W.- Kerze brennt( bei den Serben vor dem Bild des Hausheiligen). Das Abendessen bestehtnatürlich nur aus Fastenspeisen. Außer den Kuchen werden meist aufgetragen:ein Brei aus Hülsenfrüchten, an den viele Zauber- und Orakelformen geknüpftsind, Fische, Kraut, Pita, Gibanica, Popara, Dörrobst, Nüsse und Aepfel. Fastüberall begegnet uns der Brauch, daß der Hausvater vor der Verteilung derNüsse vier davon kreuzweise in die Hausecken wirft, damit auch das Hausso voll sei wie diese Früchte. Während des Abendessens bringt er einennamentlich bei den Serben sehr feierlichen Trinkspruch aus.
Besondere Kraft und Bedeutung schreibt man der ersten Speise zu, dieman am 25. Dez. früh auf nüchternen Magen genießt. Um gesund zu bleiben,ißt man Früchte oder Knospen- der Kornelkirsche gemäß dem Sprichwort:,, zdrav kao dren", d. i.„ gesund wie die Kornelkirsche". Aus ähnlichen Beweg-gründen wählt man als erste Speise Knoblauch, Käse, Eier, Honig, Schweins-leber, Fisch oder geräucherte Vögel( Wildtaube, Rebhuhn, Amsel); die Serbenwarten vielfach auf die von den Kirchenbesuchern mitgebrachte Hostie.
Damit im neuen Jahr kein Mangel eintrete, dürfen die Weinkrüge nichtganz leer werden; viele Speisen werden aus ähnlichem Motiv kürzere oderlängere Zeit aufgehoben, vielfach gelten sie als heilkräftig, besonders das Dörr-obst. Die Brosamen und Abfälle werden sorgfältig gesammelt, man streut sieden Vögeln, gibt sie dem Vieh oder mischt sie dem Saatgut bei.
In manchen serbischen Landschaften verteilt man Speisen und Getränkefür die Seelenruhe der Toten.
Einzelheiten:
§ 35. Mazedonien. Um Gjevgjelija gehen am 24. Dez. vor demAbendessen drei Kinder mit Speisen und Rakija vor die Tür und dasEljüngste ruft:dedo Bužikj da vičerme!„ Komm, Dedo Bužikj,nachtmahlen!" Ein älteres Kind antwortet an Stelle des Božić: Vičirajte,
1- Tich. Gjorgjević, Srpske kolonije u Budimu i okolini( Brastvo XV 9).