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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Bei den Serben im Plivatal enthält sie bloß ein Geldstück. Verziertwird sie mit radial verlaufenden Furchen, die den einzelnen Getreideartengelten, ohne daß man aber Körner hineinlegt. Aus der Größe der währenddes Backens sich öffnenden Furchen schließt man auf den Getreidesegenim nächsten Jahr 1.

In Maglaj wird der Teig für die Č. mit drei jungen Pflaumenbaum-trieben angerührt, die man dann auf das Bienenhaus steckt 2.

Nach Zovko wird die Č. in Bosnien und Herzegowina mitVögeln aus Teig verziert. Sie liegt auf dem Weihnachtstisch unter einemGefäß mit Weizen, in dem die Festkerze brennt 3.

Pamučina berichtet aus der Herzegowina: Die Č. wird aus ungesäuertemTeig gebacken, mittelst Schlüssel und Schnapsgläschen werden Verzierungenaufgedrückt, Epheufrüchte legt man als Schmuck darauf. Die Münze darfnicht fehlen. P. hat in seiner Kindheit gesehen, wie die Hausmutter denTeig zum Vieh trug und dann wieder in den Backtrog zurücklegte. DerGrund ist ihm auch später niemals klar geworden. Mit dem mittleren, ver-zierten Teil der Č. wird ebenda die Weihnachtskerze abgelöscht. Ueberden Brauch milati se, den Vuk Rj. s. v. berichtet, s. unter Analogiezauber 46.Nach Vrčević wird die Česnica, die bloß eine Silbermünze enthält,schon am Vorabend gebacken.

Die Banater Serben kneten in den Teig der Č. eine Münze,welche der Wasserholer während des Holens im Munde getragen hat. Dieaufgetragene Č. liegt in einem Sieb, das mit Weizen und Mais gefüllt ist,und trägt eine eingesteckte Wachskerze: Vor der Suppe wird die Č. vomHausvater in so viele Teile, als Familienglieder vorhanden sind, geteilt, undfür jene Abwesenden, die z. B. auf einer Reise sind, wird ein Stück auf-gehoben. Das erste Stück wird zu Ehren Gottes abgebrochen, das zweitewird dem häuslichen Glücke geweiht, dann das dritte dem Alter der Männer,worauf das weibliche Geschlecht folgt. Derjenige, der in seinem Stücke dieGeldmünze findet, erwartet ein besonderes Glück in diesem Jahre".

Syrmien. Die Česnica, zu der das vor Sonnenaufgang geholteWasser verwendet worden ist, wird mit Honig bestrichen und auf den W.Tisch gelegt. Der Hausherr nimmt hierauf mit dem Aeltesten, der sich anseiner Seite befindet, die Č., küßt sie dreimal und zerteilt sie mit der Handin eben so viele Stücke, als Personen anwesend sind, wobei er die Wortespricht: Christus ist geboren!"" Ja er ist in Wahrheit geboren, möge derheutige Tag glücklich und fröhlich sein, möge er uns noch viele Jahre inGesundheit, Glück und Zufriedenheit vereinigen", erwiedern die andern".Von diesem Brot wird ein Stück für den Polaženik aufgehoben.

Interessante Einzelheiten berichtet Begović aus dem Gebiet derserbischen Grenzer: Im Dorfe Plaški wird das Wasser für die Č. inder Nacht geholt. Auf dem Heimweg bricht man zwei Haselruten ab undrührt damit den Teig an; sie heißen badnjaci. Die Hausmutter bäckt eineSilbermünze ein und ritzt mit dem Messer Verzierungen auf die Č., diedem Getreide gelten, in die Mitte ein Kreuz. Sie wird nicht unter dem Back-deckel gebacken, sondern auf den Herd gelegt und mittels der Holz-ruten mit Asche bedeckt. Beim Brechen der Č. hat der Hausvater Hand-schuhe an, sein Partner keine. Wenn das Vieh am 25. Dez. von der Tränke

1 Schneeweis, Plivatal, Hs. 2 Dimitrijević, 1. c. 536 ff.* Pamučina, 71 ff. 5 Vrčević, 22. Rajacsich, 120.

3 ZbNŽ I 108.ib. 127.