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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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nachahmen. Durch diesen Brauch will man die Vermehrung des Geflügelsgünstig beeinflussen. Dieses zauberische Spiel heißt pilićati se, zu pile Huhn" 2,Allgemein bildet dieses Stroh mit die Unterlage für die Weihnachtsspeisen,sei es, daß man in primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver Weise von einem Sack iẞt, unter dem es liegt,oder sei es, daß man es namentlich in den westlicheren Gebieten bloßunter den Tisch oder unter das Tischtuch legt ³.

In Prigorje( Kroatien) streuen sie von dem Stroh auch vor das Haus.Das Stroh bleibt in der Regel drei Tage liegen und wird erst mit derWeihnachtstafel weggeräumt 5. Hie und da bleibt es sogar bis zum Neu-

2 Matić, I. c.

Oft

Die Kuči( Dučić, Hs. S. 219) üben diesen Brauch radi napretkau familiji, wegen Familienzuwachses". In der Skopska Crna Gora( SEZb 7, 440) schüttet der Ochsenknecht das Stroh auf jene Stelle,wo man nachtmahlen wird, nimmt etwas davon in die rechte Hand, zündetes an und kriecht auf Händen und Füßen herum, das Stroh zu zerstreuen;dabei ruft er: Kva, kva", während die ihm nachkriechenden Kinder piv,pw" schreien. Der Mann heißt kvočka Lockhenne", die Kinder pilići" Hühnchen". Am Amselfeld( SEZb 7, 287) und um Kruševac( Matić, Župa,Hs. 77 ff.) ahmen die Kinder alle Stimmen der Haustiere nach, damit sichdiese gut vermehren; am Amselfeld gehen sie vielfach dreimal um dasHaus, tragen hiebei ein Brot auf dem Kopf und rufen jedes schädliche Tiermit Namen auf: Wer heute abends nicht in meinen Hof zum Abendessenkommt, der soll mir von heute ab ein ganzes Jahr lang nicht kommen:SEZb 7, 288; ebenda findet sich häufig der Brauch, daß der Hausvater miteinem Brot unter der Achsel hinausgeht, Stroh streut und ruft: Odite svešto je divljač da večeramo danas, pa sad godina, d. h." Ihr wilden Tiere,kommt heute alle zum Nachtmahl, dann erst wieder übers Jahr!"unterbricht man die Herdumwandlung und setzt sich eine Weile auf dasgestreute Stroh, damit die Bruthennen gut sitzen: SEZb 7, 284( Kosovo);SEZb 19, 71( Omolj): Umwandlung des Hauses; ZbNZ I 142( Stupnik beiZagreb); die Hausmutter setzt sich unter den Tisch und lockt die Kinder;Matić, Župa, Hs. 77 ff: alle hocken im Kreis nieder und machen aus demStroh Hühnernester.3 SEZb 15, 743( Riječka nahija):auf das Stroh stellen sie den Backtrog, nacve, und essen daraus; ebenso inNjeguš( mündl. Mitt. Prof. Petar Popović aus Nj.); SEZb 16, 147( Lužnica-u. Nišavatal): man legt Stroh unter den Tisch und unter das Bett des Haus-vaters; ZbNZ I 142( Stupnik bei Zagreb): der Hausvater streut von demhereingetragenen Stroh, auf dem ein Laib Brot liegt, unter denTisch, ferner unter das Tischtuch, auf letzteres legt er das Festbrot;schließlich legt er kreuzweise Stioh auf den Tisch, streut alle Arten vonGetreide darüber, stellt eine brennende Kerze darauf, worauf alle nieder-knien und beten. ZbNŽ I 238( Koprivnica, Kroat.): Hier verwendet manzweierlei Stroh: 1. Auf den W. Tisch legt man in Kreuzform reine Schilf-blätter, slama iz ritka. Darüber kommt ein Tischtuch und ein Teller mitallen Getreidearten und Münzen, auf dem ein Gugelhupf, nadurka, liegt.2. Nach dem Abendläuten trägt ein Mann ein Bündel Stroh in die Stube.ZbNŽ I 212( Vrhgorsko- imotska Krajina): der Hausvater legt zuerst einsolches Strohkreuz auf den Tisch, in die Mitte eine Silbermünze, über dasGanze eine Strohschichte, darüber ein Tischtuch, in dessen eine Ecke einFestbrot, das man erst zu Neujahr ißt, über alles neuerlich zwei Tischtücher.Auch in Otok liegt unter dem Tischtuch Stroh( ZbNZ II 391). ZbNZ XIII29( Prigorje): Ein Bursche legt das Stroh auf alle Stühle und Bänke, aufden Tisch und unter ihn, die Kinder wälzen sich darauf. Mikac im ZbNŽXII 298( Sv. Martin, Megjumurje): Einer setzt sich auf das gestreute Stroh,ift drei Stück Krapfen und wünscht, daß gedeihen mögen: Kühe, Ochsen,Pferde, Hühner usw.; das Stroh legt er größtenteils unter den Tisch, aufdiesen bloß ein Strohkreuz, das mit einem Tuch zugedeckt wird. Aus Samobor( ZbNŽ XVIII 59) wird Aehnliches berichtet( Sitzen, Strohkreuz). 4 ZbNŽXIII 32. 5 Um Žumberak trägt ein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib am dritten Festtag das Strohhinaus und spricht einen Abschiedsgruß an den Božić: ,, Sretan put Božiću,da bi Bog dao, da nas k ljetu u zdravlju nadješ"," Glückliche Reise, B.,gebe Gott, daß du uns übers Jahr gesund wiederfindest": Kukuljević, Arkiv, VII 334.

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