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Wintermonate nach Paris, wo sie sich fast ausschließlich als Chauffeure betätigen. ImFrühjahr kehren beinahe alle nach Bessans zurück, verrichten hier die nötigen Feld-arbeiten und verlassen im Herbst wieder ihre Heimat, Nachdem sie auf diese Weiseeinige Winter in Paris zugebracht und genügend Geld erspart haben, lassen sie sich inBessans endgiltig nieder. Dieser Aufenthalt in der Großstadt geht nicht spurlos an denBessanern vorbei: sie eignen sich so manches Gute und Schlechte des Großstadtlebens an.Was die Charaktereigenschaften der Bessaner betrifft, so habe ich denEindruck gewonnen, daß das Volk überaus arbeitsam, strebsam, sparsam und geistig auf-geweckt ist. Diesen Charakterzügen verdanken sie ihren Wohlstand, den sie trotz derschwierigen Lebensbedingungen in einem Hochtal erreicht haben.
Gleich anderen Gebirgsbewohnern ist der Bessaner anfangs dem Fremden gegen-über mißirauisch. Ist es einem jedoch gelungen, sein Vertrauen zu gewinnen, so weichtsein Mißtrauen: er wird gastfreundlich, offen und liebenswürdig.
II. Marktflecken Bessans und die dazugehörenden
Weiler.
Lage und Siedelungsform. Die Gemeinde Bessans bestehtaus dem Hauptorte, dem Marktflecken Bessans( 1743 m), und ausvier dazugehörigen Weilern: Villaron( 1758 m), Goulaz( 1751 m),Vincendières( 1876 m) und Averole( 2035 m).( Vergl. Fig. 2.) Bessansiegt inmitten der zirka 2 km breiten Talsohle auf dem linken Uferdes Arc; sämtliche Weiler und Almen von Bessans befinden sich aufder rechten, der Sonnenseite des Haupttales, beziehungsweise derbeiden Seitentäler Averole und Ribon.
Daß Bessans selbst auf der linken, der Sonne weniger exponierten Seite gelegenist, läßt sich einigermaßen durch die natürliche Beschaffenheit des Geländes erklären.Denn während das rechte schmale Ufer wegen des felsigen, ziemlich steil abfallendenGebirges und der nicht unbeträchtlichen Lawinen gefahr nur Weileransiedlung gestattet,bietet das linke Talufer durch seine Breitenausdehnung und sein trockenes, nur sanftansteigendes Terrain recht günstige Siedelungsbedingungen für eine größere Ortschaft.
Das Dorf ist von Wiesen und Getreidefeldern umgeben; diese sind größtenteilsauf dem rechten Ufer angebaut, während auf dem linken ausgedehnte Wiesenkulturenvorherrschen.
Weiden und Wälder von Bessans sind Gemeindeeigentum; Ackerfelder undWiesen bilden aber den Privatbesitz einzelner Bauern und sind durch fortgesetzteTeilung innerhalb der Familie meist in ganz kleine Parzellen zerstückelt.
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Die Siedelungsform des Marktfleckens Bessans die,nebenbei bemerkt, die Gestalt eines gestreckten Rhombus aufweistist mit den stellenweise dicht aneinander gehäuften und durch un-regelmäßige Gassen durchquerten Häuserreihen wohl typisch für einHaufendorf.( Taf. I, Fig. 2,)
Die Anordnung der Häuser in dem etwas verworrenen Straßen-komplex weist eine gewisse Regelmäßigkeit auf.( Taf. I, Fig. 1.) Siesind fast durchwegs mit dem First parallel zur Talaxe gestellt, undzwar so, daß diejenige Giebelseite, an der eine Laube zum Trocknenvon Wäsche und Heizmaterial angebracht ist, meist nach dem Südenoder Südosten gerichtet ist.