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Die Montenegrinerinnen in Ipek spinnen mit reich beschnitzten Spinn-rocken, deren Auszier mit Kerbschnittrosetten auf doppeltem, rund aus-geschnittenem Aufsatz sie unmittelbar den Formen des Waldgebietesanreiht. Die Albanerinnen besitzen brettchenförmige Spinnstöcke, diestädtischen Serbinnen spinnen hier wie in Prisren gleich einem Teil derAromuninnen in Durazzo die aufgelockerte Wolle frei aus der Hand.Garnknäuel, Spindel und Wolle ruhen säuberlich beisammen im Körbchen,wie es schon Helena, die Gattin des Menelaos, zur Hand nahm. 95)
Besonders entwickelt und vielgestaltig in ihren Formen sind dieErzeugnisse der Korbflechterei. Die Grundtypen bleiben im großenund ganzen dieselben wie im Westen, doch erscheinen die Obst- und Gemüse-körbe reicher abgewandelt; es gibt große und kleine, ovale, wannen-förmige, seichte und bottichartig runde; durchwegs häufiger wird eindreisträhniges Geflechtsystem statt der einfachen Ruten für sie verwendet,besonders die Ränder werden damit überall eingefaßt, wodurch die Arbeitenein feineres Aussehen gewinnen. Einzelne Stücke sind vollends individuellkünstlerisch gestaltet.( Abb. 62.) Als eine neue Technik begegnet die fürdie Herstellung von Zögern verwendete Strohflechterei. Form und Aus-führung derselben weisen auf Beziehungen zu serbischer, überhaupt donau-ländischer Handfertigkeit.
Zusammenfassung.
Fassen wir auch hier wieder gemäß dem bisherigen Vorgang diemosaikartigen Kulturerscheinungen dieses Gebietes sinngemäß zusammen,so heben sie sich hier nicht bloß in zeitlicher oder gesellschaftlicherSchichtung voneinander ab, sondern sie lassen sich auch volksmäßigziemlich klar umgrenzen. Zweifellos jung ist, wie auch siedlungsgeschicht-lich nachweisbar, die albanische Schicht, die hier in den letztenzwei Jahrhunderten mit Feuer und Schwert ihren Ein- und Durchzuggehalten hat. Ihr verdankt der wehrhafte Wohnbau seine Einbürgerung,ebenso geht auf seine Rechnung das Überwiegen des albanischen Trachten-charakters in der Männertracht; Albaner sind die Silberfiligranarbeiter wiedie Weber in den Städten. Seine Hauptausbreitung hat dasAlbanertum auf den Hauptverkehrsverbindungen von Ipek nachMitrovica und von Prisren über Ferizovic- Kačanik bis Üsküb gewonnen.Im übrigen scheidet ein breiter Streifen nur spärlich besiedelten, vonniedrigem Eichengestrüpp und Farnkraut bewachsenen Ödlandes diedichtere Siedlungszone des nördlichen Gebirgsrandes von dem schonmehr zu makedonischem Wesen neigenden Südteil des Beckens.
Auch im Norden findet man als Siedler sowohl Albaner wie Türken,das heißt Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedaner des Landesinnern; beständiger als ihre einge-streuten Weiler aber tritt hier eine vielfach noch in den ersten Anfängenstehende serbische Kolonisation auf, die erst von der serbisch-montenegrinischen Grenze bei Rudnik angefangen beständigeren Charakter