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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Albanische Trachten des Ostens kommen nur in vereinzeltenBeispielen zu Gesicht; die städtische albanische erweist sich ebenso wiedie der orthodoxen Griechinnen und Serbinnen nach ihrer weitläufigenVerbreitung sozusagen als modische Tracht.

Handwerk. Alte Techniken.

Die Buntheit des hier aufeinanderstoßenden Volkstums macht auchdas Leben in den Basars, Hausgewerbe und Handwerk vielgestaltigerund abwechslungsreicher als irgendwo anders. Den bedeutendsten Handels-und Marktplatz des ganzen Gebietes stellt wohl Prisren dar, wie auchdas Stadtbild von Prisren die meisten Zeugnisse einer über den nächstenUmkreis hinaus bedeutsamen Geltung besitzt.

Abb. 58. Garnräder, Djakova.

Ziemlich zahlreich sind hier im allgemeinen die Schneider, diesich hauptsächlich mit der Herstellung von Bestandteilen der männlichenVolkstracht, vorzugsweise Hosen und Džamadans, beschäftigen. In Djakovawerden namentlich auch zahlreiche Westen aus violettem Tuch erzeugt,die auf dem Rücken mit gelber Stickerei in Form kleiner Wirbelmustergänzlich übersponnen werden. Auch sonst kommen an Moscheen undauf Grabsteinen hier diese Wirbelmuster auffällig häufig vor.

Neben den Schneidern und Schustern, welch letztere ganz eigen-artige Lederklemmen aus Holz besitzen( Taf. XI, 25), sieht man in Djakova undPrisren besonders zahlreiche Seiler, die hurtig ihre Räder laufen lassen,mit denen schafwollene Halfter und anderes Strickwerk aus Ziegenhaargedreht werden.( Abb. 58, Taf. XI, 24.) Zum Aufkrempeln, besser gesagtSchlichten der Wolle benützt man eine Vorrichtung, die im Grunde ge-nommen aus einer Reihe von im Dreieck nebeneinander gespannten