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Auch in der Ausgestaltung des Wohnwesens, der Trachten, desHandels und Verkehres teilen sich westliche und östliche Kulturmächteheute noch am greifbarsten unter dem Namen der Beziehungen zuItalien und des türkischen Wesens zusammenzufassen.
Erstere haben sich namentlich im Bereiche feudalen Eroberertumsund der Kirche in den Küstenlandschaften, schwächer auch im Hoch-gebirge des Nordens geltend gemacht. Von hier stammen die Vervoll-kommnungen des Steinbaues in der Drinebene; vielleicht läßt sich auchdie Häufigkeit der Hohlziegelbedachung so erklären. Schließlich habendiese Kräfte in neuerer Zeit in der venezianischen Handelsherrschaftzusammengefaßẞt auch der Entwicklung der weiblichen Hausgewerbe,einzelner Luxushandwerke der Basars starken kulturellen und wirtschaft-lichen Ansporn gegeben wie auch der zeitlich viel spätere Freskenschmuckder türkischen Moscheen, die Stukkaturarbeit der Kamine und Mihrabsitalischer Geschmacksbildung und Technik verschuldet ist.
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Darüber hinaus brachten und bringen italische Handelsleute ihre eigenenErzeugnisse bis in die Gegenwart übers Meer, so apulische Töpferwaren imganzen Küstengebiet, Stoffe, Schnitt- und Kurzwaren bis tief ins Land, wodurchdie heutige Tracht ebenso in nicht geringem Maße beeinflußt wird, wieseinerzeit die venezianische Mode in allen Küstenstädten wirksam war.Nicht zuletzt gebietet wissenschaftliche Vollständigkeit festzustellen, daßalbanisches Volkstum seit geraumer Zeit nach Süditalien Ableger entsendethat, was den Austausch wie Neugewinnung von Kulturgütern von dieserSeite im vollen Umfange dieses Begriffes naturgemäß noch um ein Be-deutendes erleichtert und steigert.
Die wesentlichsten Züge hat aber dem Kulturbild der Küstenland-schaften zweifelsohne die türkische Herrschaft aufgeprägt. DerTypus der albanischen Stadt ist, wie erwähnt, nach Straßenbild, Aus-stattung der Häuser wie Anlage und Ausgestaltung der Basars durchausder gleiche wie allüberall in den Städten des flachen Landes in türkischemHerrschaftsbereich. Für viele Einrichtungen des Wohnwesens ist dabeieinerseits ritterliches Leben und Feudalismus des Mittelalters,andererseits adeliges Leben und Besitztum des 17. und 18. Jahr-hundertes im Westen Vorbild gewesen. Das ist gewiß kein Zufall. Dieeine Gruppe ist zeitlich umschrieben durch das Zeitalter der Kreuz-züge und abgeschlossen durch das erste politische Auftretender Osmanen in Europa. Damals wurde anscheinend die dauerndekulturelle Beziehung der Balkanhalbinsel mit dem Westen, die bisher durchdas byzantinische und die übrigen christlichen Reiche der Halbinsel mitdem Westen unterhalten worden waren, plötzlich abgerissen und dietürkischen Eroberer waren zunächst nicht fähig, sie aus eigenem weiterzu bilden. Die Schaffung einer ansehnlichen neueren Hauskultur anderer-seits fällt, nach ihrem Stilcharakter zu schließen, auf der ganzen Halbinselzusammen mit dem Abschluß der Türkenkriege, als nach demFrieden von Passarowitz nach langen Kämpfen zum erstenmal das