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Schmuckstücke, dies sowohl wie Stil und Typus der Arbeiten Kennzeichendés italischen Einflusses. Die Filigranohrringe der Skutariner Frauenkönnten ebensowohl in Istrien getragen werden, die reichen, die ganzeBrust bedeckenden Halsgehänge aus Filigranketten mit aufgereihten filigran-umsponnenen Goldmünzen sind gewiß mit ähnlichem SchaumünzenschmuckOberitaliens in Beziehung zu setzen. Nach Boué waren allerdings Hals-gehänge» aus drei Reihen türkischer oder ausländischer Dukaten<< dashergebrachte Hochzeitsgeschenk der türkischen Familien ganz allgemeinauf der Halbinsel. Die kulturgeschichtliche Unterlage hiefür ganz insgesamtbilden wohl die spätrömischen Schaumünzengehänge, die zum erstenmaldie Umrahmung von Münzen mit ornamentalem Zierwerk zur Kunst-form erheben.
Merkwürdigerweise fehlen Gürtelschnallen in Filigranarbeit, die inBosnien stark verbreitet sind, hier so gut wie gänzlich; dagegen sindBroschen, Mantelschließen und Stirngehänge in dieser Technik heutenoch marktgängige Ware, die übrigens auch bei den Bäuerinnen in denbenachbarten Dörfern der Drinebene Absatz findet.
4. Die Sonderstellung der Hochlandsgebieteund der Mirdita.
In den vorangehenden Abschnitt ist die Schilderung der TrachtenNordalbaniens aus Gründen der vergleichsweisen Darstellung bereitseinbezogen worden; sie bezeugt eine deutliche Sonderstellung dieserGebiete, die aber auch in anderen Einzelheiten der Lebensführung zumAusdruck kommt, so daß wir die nordalbanischen Hochländergaue hiereiner kurzen Charakterisierung im besonderen unterziehen wollen.
Geographisch stellen die Hochländergaue Nordalbaniensein Gebirgsland dar, das sich gegen die westlich und östlich vorgelagertenBeckenlandschaften des Skutarisees und der Metochie scharf abgrenzt,gegen Norden dagegen enge mit dem montenegrinischen Schiefergebirgeverknüpft erscheint und nach Süden zu in ein ähnlich geartetes, zumTeil bewaldetes Mittel- und Hochgebirge sich fortsetzt. Die wichtigstenHandelswege überqueren es von Ost nach West; eine dieser Verbindungen,von Skutari durch das Kiri- und Drintal und das Valbonagebiet nachDjakova, hatte sich auch die Expedition zum Wege gewählt.
Der Gebirgscharakter des Landes macht sich naturgemäß in einergewissen Einengung der Wirtschaftsmöglichkeiten fühlbar, dochist das Klima auch hier noch ungemein mild. An den Talhängen vonSchala, Nikai, ebenso im Valbonagebiet gedeiht allgemein noch der Mais,in Vuksanej ranken sich in 900 m Höhe noch reichlich Weinreben anden Häusern, noch höher oben stießen wir an diesem Platze auf einWäldchen von Edelkastanien, und es berührt den Bergwanderer ausMitteleuropa ganz seltsam, dunkelgrün üppigen Laubwald, Buchen mitmächtigen kugeligen Kronen in den Almwiesen bis unter die steil