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Verraten Aufbau und Zier zweifellos Abhängigkeit von abendländischer Glossar ::: zum Glossareintrag abendländischerHandwerksübung, so ist andererseits das Problem noch ungelöst, vonwoher dieselbe zur Einführung gelangte. Am wahrscheinlichsten ist es,daß sie sich auf dem Wege durch das Innere der Halbinsel aus Sieben-bürgen langsam ausgebreitet hat. Kronstadt( Zlatibor) ist seitalters der wichtigste Mittelpunkt für die Möbelerzeugung der Halbinselgewesen, der auch ganz Serbien mit bemalten Truhen versorgt hatLangsam hat mit den
Erzeugnissen wohl auchdas handwerkliche Könnenselbst sich in den Absatz-gebieten verbreitet. Viel-leicht zählt hieher auchdas Auftreten der auch inEuropa nicht sehr altenKastentruhen.( Abb. 29.) 57)
Die Form der städ-tischen Wiegen ist die allerErzeugnisse dieser Art imgesamten türkischen Reich,im Kaukasus oder in Zypernso gut wie hier.
von
Abb. 29. Bemalte Truhen, Tischlerarbeit, Skutari.
In früherer Zeit scheintden Möbeltischlern inSkodra, vielleicht auch ineinzelnen Städten Mittelalba-niens, Tirana, Kavaja, Holz-schnitzerei geübt wordenzu sein. So besitzt Skodranoch heute eine große Zahlvon vorwiegend mit Zypressenund Blumenmustern reich be-schnitzten Truhen aus dunkelgebeiztem Holz; in ähnlicherArt sind Truhen in Kavaja, überhaupt in Mittelalbanien ausgeführt, wogegen ichin Alessio und Kruja anscheinend neuere Stücke antraf, die mit streng stilisiertenBlumenmustern in linealem Kerbschnitt verziert sind. Sie finden ihre Ent-sprechungen am ehesten in flach ausgekerbten Truhen aus Sardinien( Aritzo);wann diese>> Mode« herrschend geworden ist, ist aber vorläufig nicht auszumachen.Endlich zeigen die kleineren Geldkassetten in den Basarläden manchmal Kerb-schnittverzierung und Rosetten wie etwa unsere alpenländischen Blockschachtelnund Truhen, in Altserbien findet man an ihnen wiederum zumeist Flachschnitt-muster nach Art der Truhen von Skodra in Gitterung aneinandergefügteRosetten angebracht. Hält man all dies zusammen, so gewinnt man denEindruck, daß sich hier ein ziemlich ausgebreitetes bodenständiges Handwerkoffenbare, dem näher nachzuspüren freilich noch eine Aufgabe der Zukunft bleibt.Bemerkenswert ist jedenfalls, daß der Stil dieser Erzeugnisse von dem derbarocken Wandverkleidungen, Deckenstücke und geschnitzten Schränke durchausabweicht und mehr bodenständigen Charakter besitzt. Vielleicht sind sie Arbeitender griechischen und armenischen Bildkünstler, von denen Boué spricht.
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