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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Die Hauseinteilung verdankt allgemein östlicher, zeitlichin letzter Linie türkischer Gesellschaftsordnung ihre Ent-stehung in scharf ausgeprägtem Gegensatz zur slawisch- westlichenMontenegros, das doch vielfach den gleichen Volksuntergrund besitzt.

Die Inneneinrichtung der Häuser, Herdgerät, Küchengerät wieWohnhausrat, offenbart in Material und Form vielfach gleiche Ausprägungund Geschichte wie in Montenegro, naturgemäß unter allerlei örtlichenAbwandlungen, wobei namentlich in der Küstengegend die romanischenEinflüsse seit alters her eher noch stärker betont erscheinen.( Backofen, Formder Holzgefäße, Gebrauch italischer Tonware u. s. w.) In den Herdsteinenwie den Backgeräten sehen wir altillyrisches Urgut, die Kamin-feuerung scheint mit der Einführung höheren Wohnbaues, vor allem derWohntürme, sowie der neueren türkischen Hauskultur ver-gesellschaftet, ebenso der eiserne Feuerbock, der mit dem entwickeltenBasarhandwerk erst zu weiterer Verbreitung gelangt sein dürfte. Bezeichnendist die vielfältig zu beobachtende Übersetzung neuerer metallener undtönerner Gefäßtypen in Holz.

Die Korbwaren zeigen vielfältige Beziehungen zu den binnen-ländischen Formen der Halbinsel, der Anteil der dortigen slawischenBevölkerung an der Verbreitung von derlei Arbeiten ist auch sprachlichzu erhärten, daneben hat auch italisch- romanische Übungmancherlei Vervollkommnung und Abwandlung der Formen, besondersin den Städten, herbeigeführt.

2. Basar- und Marktwesen.

Nach außen hin gewinnen auch die städtischen Häuser Albanienskeineswegs ein so stattliches Ansehen wie es etwa ihrer wirklichenWohnlichkeit entsprechen würde, demgemäß ist auch, wie erwähnt, derAnblick der Straßen der Wohnviertel ein sehr wenig reizvoller;um so reichlicher findet sich der Beschauer von dem farbigen Gewimmelder Basarviertel entschädigt, die besonders an den Markttagen voneinem ungemein malerischen lebhaften Treiben erfüllt sind. Immer sindes die Hauptdurchzugs- und Verkehrsstraßen von und zu den öffentlichenPlätzen und zur Moschee, an die sich in einem Gewirr von GäßchenLaden an Laden des Basars gliedert. In den kleineren Orten wird er nurvon wenigen Läden bestritten; an dem kaum eine Fußbreit ebenen Bodensbietenden Bergeshang Krujas bildet der Basar eine und die einzige, fastzur Gänze von durchbrochenen Schattendächern überdeckte Straße; grellfallen die breiten Sonnenbänder durch die Schlitze dieses Daches auf dasPflaster, während seitwärts Bude an Bude aus braun gebeiztem Holz sichreiht, in denen die Verkäufer in orientalischer Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalischer Bedächtigkeit, gepaart mitalbanischem Räuberstolz, auf den Käufer warten.( Abb. 26.) Manchmalsitzen sie in einem der Läden zu zweit und dritt vereinigt müßig beischwarzem Kaffee und Zigaretten, tun ab und zu ein Spiel, um dannwieder scharfen Blickes die Vorübergehenden zu mustern. Basargespräche