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Flachsbau. Den Vorgang der Flachsbereitung war Dr. Lamberts sogütig, unmittelbar von einer Bäuerin der Drinebene zu erfragen. Ich lasseihre Originalbeschreibung hier in seiner Übersetzung folgen:» Wir reißenihn( i. e. den Flachs, meine Anmerkung) aus und legen ihn in Bündelchennehmen ihm den Samen und nach einigen Tagen geht man und wirftihn ins Wasser und läßt ihn 5 oder 6 Tage drin. Dann nehmen sie ihnheraus und lassen ihn trocknen. Wenn er getrocknet ist, legen sie ihnhaufenweise. Dann brechen sie ihn mit dem Mangel. Nachdem sie ihngebrochen haben, wird er genommen und gezogen, sie reinigen ihn( grodom), das heißt, sie ziehen das heraus, was zu nichts taugt. Dannlegen wir es reihenweise, bringen es durcheinander und erweichen es mit
Abb. 11. Olivenquetsche, Skutari.
einer Pferderippe und sie krämpeln( me luur) es mit einem» grhan«. Dannwählen sie das Beste aus und verwenden es zu guter Arbeit. GrobeBodendecken( sagat) werden aus schlechtem Flachs gemacht. Hernachspinnen sie es.« Die Brechel(» mange«) wurde mir in Skodra in eben-derselben scherenförmigen Bauart beschrieben, wie sie bei unseren Flachs-brecheln gebräuchlich ist; bemerkenswert ist der Name des Werkzeuges,der vollkommen mit unseren Wäscheklopfhölzern und dem mittelhoch-deutschen Namen für das Gerät übereinstimmt; er ist wohl ursprünglichauch hier auf Klopfhölzer zu beziehen, wie sie bereits die antike Weltebenso wie die Barbarenvölker Glossar ::: zum Glossareintrag Barbarenvölker des Nordens zum Brechen des Flachsesbenützten(» malleus«<).( Vergl. H. Blümmer a. a. O, I, 193. Heyne a. a. O.Bd. III, 5.) Hoffentlich regen die sehr interessanten Mitteilungen zuweiteren Untersuchungen an. Die Krämpel entsprechen durchaus den beimKrämpeln der Schafwolle verwendeten und werden im Basar gekauft.