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Der Hausrat.
Einige volkskundlich und kulturgeschichtlich recht bemerkenswerteProbleme bietet die Innenausgestaltung der geschilderten Haus-typen. Sie ist durch das Werk Rovinskys über Montenegro und ver-schiedene Einzelbeschreibungen in den siedlungskundlichen Arbeiten derSchule des serbischen Geographen Cvijić schon vielfältig festgelegtworden, doch scheint mir die Auswertung dieser Arbeiten durch mittel-europäische Hausforschung( M. Murko) vielfach miẞverständlich erfolgt.Aus meinen eigenen Beobachtungen über die Hausformen Monte-negros, auch des später zu beschreibenden Holzblockbaues, hat sich miretwa das Folgende ergeben.( Taf. I, 1-8, II, 1-3.) Die typische und ur-sprüngliche Hausform ist hier das einfache einräumige Herd- oderRauchhaus, wie es vorhin geschildert wurde. Das Feuer brennt in ihmoffen auf einer gepflasterten oder besteinten Herdstelle, die sich un-weit einer der Schmalwände oder der Ecken des Hauses befindet, nieaber an die Wand selbst gerückt wird. Vielmehr befindet sich zwischenFeuer und Wand entweder ein leerer Raum oder auch, und das in derRegel, eine Steinbank, die auf ihrer Oberfläche bisweilen eine mit Sandund Lehmstaub gefüllte runde Mulde besitzt, auf welcher das Brot ge-backen wird. Manchmal befindet sich in der Bank in der senkrechtenVerbindungslinie von der Herdstelle zur Wand unterhalb der erwähntenMulde eine kaminnischenförmige Höhlung, oben giebelig geschlossen, indie ich einmal die Enden des Brennholzes hineinreichen sah. DieselbenBanknischen begegnen in den Häusern längs der ganzen herzego-winisch- montenegrinischen Grenze und kehren auch in Nordalbanien, derMalcija madhe, wieder. Eine Erinnerung daran bewahrt nach einem vonMurko gegebenen Grundriß( M. A. G. 36, S. 28) auch das slowenischeHaus. Sie dienen als Aschengrube und Aufbewahrungsort für kleineresHerdgerät. In den Häusern im Gebiete von Rijeka, auch bei Danilovgrad,sah ich statt dessen auch einen kleinen gewölbten Lehmaufbau(>> upretnjak<<) stehen mit einer nach vorn zu offenen Höhlung im Innernund einer erhöht umrandeten kreisrunden Mulde auf der Oberfläche, einezweite befand sich manchmal neben dem» upretnjak«. Dieser Aufbau dientnach A. Jovićević in erster Linie zur Aufbewahrung der heißen Aschefür das Brotbacken, er heißt darum auch» pepeljak«, und ferner für denBackvorgang selbst, indem man eine Höhlung in die glühende Aschegräbt und die Backschüssel samt der Brotmasse, geschützt durch eineneisernen Backdeckel, hineinstellt. Wie ich an Ort und Stelle erfuhr, siehtman aber vielfach von dieser Herrichtung ab und bäckt das Brot in deroben erwähnten Mulde auf dem Aufbau oder auch neben ihm. Die zumBacken verwendeten Geräte sind eine kreisrunde Backschaufel ausHolz mit kurzem Stiel, im Gegensatz zu den langgestielten, offenbar west-europäischen Backofenformen angepaẞten Backschaufeln Dalmatiens(» lopar<<), eine tönerne Backschüssel mit aufgebörteltem Rand(» krug<<)und ein eiserner Backdeckel(» sač«), welch letzterer in der gleichen