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den Hauptstock der Bauten. Ganz gleich beschreibt Petter 1869 das Haus der mor-lackischen Gebirgsbauern Dalmatiens und auch heute sind solche Häuser in derŽupa nach P. Gjurić- Kosić noch sehr zahlreich. Wir haben in ihnen somit dastypische, wohl auf altillyrische Verhältnisse zurückleitende Primitivhaus Glossar ::: zum Glossareintrag Primitivhaus derKarstgebiete zu sehen, das die niederste Stufe des Wohnhauses bei seẞhaftem Lebenin diesen Gebieten verkörpert, kaum noch unterschieden von den Almsiedlungenund Hirtenhütten, aus denen alle diese Häuser abgeleitet sind.
In den reicher ausgestatteten Naturgebieten findet man demgegen-über schon eine weitaus vollkommenere Wohnform herrschend, das Stock-haus, das durchwegs aus solidem Mauerwerk aufgeführt und mit Hohl-ziegeldach eingedeckt ist. Hier tritt zum Wohngeschoß, das meist aller-dings auch wieder nur aus einem einzigen großen Raume besteht, einUntergeschoß als Stall, Keller und Speicher.
Die Entstehung des Typus leuchtet anbetracht des allenthalben fast ab-schüssigen Geländes, das für die Ansiedlung zur Verfügung steht, ohneweiters ein,doch erscheint das Stockhaus in ausgebildeter Form auch auf ebenem Boden; dabeiwird zur Erreichung des Wohngeschoßes ein Treppenaufbau nötig, der zumeistaußen geführt wird. Die Steinstiegen, die in der Regel in Verwendung treten,machen die Übereinstimmung besonders auffällig, die zwischen diesen Häusern unddenen Dalmatiens sowie des italischen Festlandes besteht. Weist auch die Namen-gebung am Hause in manchen Bezügen auf slawisches Volksgebiet nach Osten undNorden, so ist das Stockhaus doch kulturgeschichtlich als typische Mittel-meerform anzusprechen; es bildet die Grundlage so gut der spanischen und ita-lienischen wie überhaupt der transalpinen Bauformen als selbst der frühmittelalter-lichen von ihnen abgeleiteten romanischen Palastbauten und ebenso sämtlicher fort-geschrittener Hausbauten der Balkanhalbinsel.
Es ist zweifellos an den felsigen Gestaden des Mittelmeeres viel-fältig gleichartig entstanden, bis zu seiner heutigen Form aber in ersterLinie durch die fortgeschrittenere italisch- römische Steinmetz- und Bau-kunst fortgebildet worden. Das gilt besonders auch für sein montenegri-nisch- illyrisches Verbreitungsgebiet, wenn man auch örtlich vielerlei Über-gänge von halb in die Erde eingegrabenen Bauten bis zu den stattlichenstockhohen Häusern etwa in der Doline von Dobrsko Selo sehen kann.In dieser Hinsicht ist es sehr bemerkenswert, daß man nach A. Bouéin der südlichen Herzegowina, Montenegro und Niederalbanien die bestenSteinbauten in der ganzen Türkei antrifft, ein deutlicher Beweis der er-wähnten Beziehungen bis in späte Zeit, wie auch Rovinsky sie betont.
In Bioče auf der Karstfläche nördlich von Podgorica sah ich viel-fach mehrere Stockhäuser in ihrer Firstlinie zu Bratstvos vereinigt, seltenerwar die Anordnung in Hofform, in regelmäßigen vierseitigen Gehöften. Sogut wie nie aber habe ich Eckenverbindung an den einzelnen Baulichkeitenbeobachtet, außer in ganz neuzeitlich ausgebesserten Gehöften in Cetinje.
Fin Kennzeichen ganz ärmlicher Verhältnisse ist es offenbar, wennauch einzelne Stockhäuser dem First nach in zwei Hälften geteilt sindund so mehreren Familien einer» bratstvo« als Wohnung dienen, wiedies in einzelnen Häusern in Dobrsko Selo der Fall war. Im übrigen solldie Einrichtung der Bratstvos, namentlich in den ärmeren Gebieten vonMontenegro, ziemlich häufig anzutreffen sein.( Taf. I, 4, 5.)