entwickelt worden, der heute in Slawonien begegnet, von mir allenthalbenin der Umgebung von Trebinje beobachtet wurde und sich über das Zetatalund das waldige Gebiet Nordostmontenegros( Kolaschin) in breiter Erstreckungbis nach Nordalbanien verfolgen ließ, wo ich ab Bunjaj stellenweise seineVerbreiterung bis an den Drin feststellen konnte.( Taf. IV, 8, 9) DieseForm ist die häufigste, wohl auch die charakteristischeste in diesemganzen Gebiete, soll aber auch in Serbien und Bulgarien anzutreffen sein.Das Gebiet der Valbona und das Hochbecken von Bitüci bildet das ver-bindende Glied gegenüber Altserbien, wo ich allenthalben auch wiederder gleichen Form begegnet bin. Jedenfalls haben wir es mit einem aufder Balkanhalbinsel individuell ausgestalteten Typus zu tun. In Nord-albanien scheint er nach der slawischen Namengebung gerade des ent-scheidenden Teiles, des» lopar<< von Norden her fertig eingedrungen zu sein.Das Dreschen der eingesammelten Feldfrucht erfolgt allgemeinwie im Mittelmeergebiet überhaupt durch Tiere. Zwischen Njeguschund Cetinje sind die Tennen zu runden, etwa 1-12 m hoch aufge-mauerten Steinsockeln in zierlich gewürfelter Pflasterung und erhöhtemsitzbreiten Umfassungskranz ausgebildet, schon von weitem Plätzen füreine Ratsversammlung nicht unähnlich. In der Tat ist diese bei alleneuropäischen Völkern uralte Benützung der Dreschtenne als Versammlungs-platz der Männer, als Rats- und Thingplatz auch hier noch in Übungund offenbar auch für ihre höhere architektonische Ausgestaltung maẞ-gebend gewesen. Anderwärts dient zum Dreschen wie in der Herzogowinaein ebener gepflasterter Platz in der Mauerumfriedung des Gehöftes meistunmittelbar neben oder vor dem Wohngebäude.
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Neben dem Landbau spielt, wie schon erwähnt, eine wesentlicheRolle die Viehwirtschaft. Milch, süß und gesäuert, Rahm, Butter,Käse sind heute wie vordem die wichtigsten Molkereierzeugnisse; schonin Römerzeiten bildete nach Jireček der» Caseus Docleas<< einenwichtigen Gegenstand des Handels und der Ausfuhr aus diesen Ländern,ebenso im Mittelalter. 2) Die technologischen Grundlagen des Betriebessind gleicherweise uralte, wovon noch die Rede sein wird.
Das Hauswesen.
Wie die Wirtschaft ist auch das Wohnwesen im ganzen dalma-tinisch- illyrischen Karstgebiet einheitlich geartet.( Taf. I, 1, 2, 3.) Innerhalbder Siedlungsflächen führt man die einzelnen Baulichkeiten der Gehöfteauf, wie eben der Berghang es zuläßt; von einem einheitlichen oder garregelmäßigen Gehöftetypus kann nicht die Rede sein. In den ärmerenKarstgebieten entlang dem Straßenzuge von der Bucht von Cattaro nachCetinje und Rijeka bestehen, so viel ich beobachten konnte, die Gehöftetypisch aus Wohn- und Stall gebäude. Ursprünglich waren wohl beideallenthalben aus Trockenmauerwerk aufgeführt und mit einfachem ge-sattelten Strohdach eingedeckt. Zur Festigung des Firstes dienen zweilange, heute meist zusammengebundene Stangen beiderseits der Firstkante;