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In den reichlicher bewässerten Tallandschaften, namentlich des Südens,in der Doline von Dobrsko Selo, im Tale der Rijeka und Zeta begegnenbei gesteigertem natürlichen Pflanzenwuchs auch höhere Formen desAnbaues, mittelländische Gartenkultur, Öl-, Feigen- und Weinbau. Auchdas Becken von Podgorica hat an diesen Vorzügen morphologischer undklimatischer Lage Anteil, doch ist der Boden hier keineswegs seinerFruchtbarkeit entsprechend ausgenützt, vielmehr liegen große Flächenungenützt und brach da. Neben der ständig wiederkehrenden Gefährdungdes Gebietes durch Überschwemmungen sind wohl die Jahrhunderte langandauernden Unruhen und politischen Kämpfe auf diesem Boden Grunddieser Vernachlässigung.
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Für diese Beckenlandschaften sind wie in der Herzegowina dieRandsiedlungen charakteristisch; in Cetinje selbst, der politischenHauptstadt des Landes, hebt sich deutlich die alte Dorfsiedlung amWestrande des Beckens von der späteren Stadt einer reinen Verkehrs-siedlung an der Hauptstraße des ganzen Landes, welche den Verkehr mitder österreichisch- ungarischen Monarchie vermittelt ab. Auch dasBecken von Podgorica weist seiner ganzen Erstreckung nach diese Rand-siedlungen auf. Die Vorteile dieser Siedlungsart liegen klar zutage. Abge-sehen von der restlosen Ausnützung des anbaufähigen Bodens ist hierdas Baumaterial, das fast ausschließlich der Stein bildet, unmittelbar zurHand; auch läßt sich unter dem Erdgeschoß der Häuser am geneigtenHange leicht nach vorne zu noch ein halbeingegrabener Vorrats- undStallraum gewinnen, schließlich sind die Siedlungen in Anbetracht derheftigen südlichen Regengüsse trockener, auch luftiger und gesündergelegen als auf dem feuchten fieberigen Boden der Ebene, wozu noch dergute Überblick über das Gelände im Falle feindlicher Bedrohung kommt.Die öden Karstflächen der höher gelegenen Gebiete können nurals Ziegen- und Schafweide benützt werden; in kleinerem Aus-maß wird daneben auch Rindvieh gezogen, ein auffällig kleiner, aber demGelände vorzüglich angepaẞter, erstaunlich gelenkiger Gebirgsschlag.Man läßt die Kühe, wie auch in Bosnien und der Herzegowina, einzeln,am Stricke auf einem Grasfleck rundum weiden und treibt sie dann umStrickeslänge weiter. Diese>> Arbeit« wird vielfach von den Bauernselbst besorgt.
In den fruchtbareren Strecken wird allenthalben Ackerbaubetrieben; im Gebirge baut man Roggen, Buchweizen, Hirse, seltenerWeizen und Hafer; im Süden überwiegt der Maisanbau bei weitem dender Halmfrüchte. Im Karstgebiet bilden den einzigen anbaufähigen Bodenmanchmal Dolinentrichter, die an ihrer Grundfläche nur wenige Meterim Durchmesser zählen.( Abb. 1.) Felstrümmer und Steine sieht manallenthalben aus der lockeren Erde sorgfältig ausgesichtet; sie werden alsMauerkränze und Stützmauern verwendet, die dem Erdreich einigermaßenSchutz und Sicherung in seiner Lagerung verleihen. In diesem Sinneist das Aufsammeln der Steine in diesen Karstgebieten wie auf unseren