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Alben

Fotobestand Eugenie Goldstern – forschendes ethnografisches Fotografieren


Der im Volkskundemuseum Wien bewahrte fotografische Nachlass von Eugenie Goldstern (1883/84–1942) umfasst rund 470 Aufnahmen und zählt zu den frühen Beständen ethnografischer Feldforschung. Zwischen 1913 und 1921 dokumentierte Goldstern in den Alpenregionen Frankreichs, Österreichs und der Schweiz Architektur, Alltagsleben und materielle Kultur. Ergänzt durch Aufnahmen aus Ägypten und Osteuropa spiegeln ihre Fotografien den Übergang von der Sammlung zur wissenschaftlichen, respektvollen Beobachtung – in einer Zeit, in der Volkskunde noch stark normativ und hierarchisch geprägt war. Etwa zwei Drittel der Bilder des Nachlasses stammen von ihr selbst; ein bemerkenswert hoher Anteil, der die aktive fotografische Praxis dieser frühen Ethnologin, die 1942 als jüdisch Verfolgte im NS-Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde, belegt. Nach Jahrzehnten des Vergessens wurde Goldsterns Bestand ab 2018 vollständig erschlossen, konserviert und digital zugänglich gemacht. Heute ist er über die Online Sammlung Plus gemeinsam mit ihren Publikationen, Archivmaterialien und Literatur zu ihrer Person zugänglich und bietet damit erstmals eine umfassende Quelle zu Methode, Biografie und Forschungsgeschichte.

Nur Mittel zum Zweck? Die frühen Negative des Volkskundemuseum Wien


Die ersten 1.500 Nummern des Negativinventars – überwiegend Glasplatten – zeigen „das Ländliche“ im Alpen- und Donauraum zwischen 1900 und 1938: Bauernhäuser, Dorfplätze, Trachten und sakrale Objekte. Aufgenommen von Museumsmitarbeiter:innen und regionalen Fachleuten verweisen sie auf die Forschungsschwerpunkte und Bildästhetik ihrer Zeit. Viele Negative entstanden als Reproduktionen von Positivbildern oder als Ausschnitte aus Publikationen. Sie dienten der Herstellung von Abzügen, Dias und Druckabbildungen und galten lange nur als Mittel zum Zweck. Heute jedoch werden sie zunehmend als eigenständige materielle Objekte vor allem in Forschungszusammenhängen geschätzt: Retuschen, Eingriffe, Materialabbau und Spuren der Lagerung treten in farbigen Digitalisaten sichtbar hervor und eröffnen neue Erkenntnisse für verschiedene Disziplinen.

Stickvorlagen


Die im Sammlungsbestand des Volkskundemuseum Wien befindlichen Musterblätter für Straminstickerei geben Einblick in die Vielfalt an Motiven der seit der Biedermeierzeit in Massen hergestellten Stickvorlagen. Ein schier endloses Angebot an figuralen, floralen und ornamentalen Vorlagen auf Patronenpapier stand im 19. Jahrhundert zur Auswahl. Die Stickmuster wurden von Damen gehobener Schichten für ihre Handarbeiten als standesgemäße Freizeitbeschäftigung im geselligen Kreis genutzt, aber genauso von Stickerinnen, die damit ihren Unterhalt verdienen mussten.

Der Bestand im Museum besteht aus rund 200 Stickvorlagen für Straminstickerei. Es handelt sich dabei um Einzelblätter unterschiedlichster Formate, wovon wiederum die Mehrzahl als handkolorierte Tupfmuster ausgeführt ist. Die Stickvorlagen stammen zumeist aus dem Angebot bekannter Verlage und Kunsthandlungen in Wien und Berlin. Besonderes Augenmerk gilt in diesem Beitrag den Blättern aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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