Digitale Aufnahme 
Volkskundemuseum Wien
Entstehung
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transkribiert von Personnaz, Hélène

ad StallwohnungNiedersachsen.Osnabrück"Der Herd ist fast in der Mitte des Hauses und soangelegt, dass die Frau, welche bei demselben sitzt,zu gleicher Zeit alles übersehen kann "Ein so grosser undbequemer Gesichtspunkt ist in keiner andern Artvon Gebäuden. Ohne von ihrem Stuhl aufzustehen, übersieß die Wirtin zu gleicher Zeit 3 Türen, danktdener, die herein kommen, heisst solche bei sichniedersetzen, behält ihre Kinder und Gesinde, ihrePferde und Kühe im Auge, hütet Keller, Boden und

Kammer, spinnet immerfort und kocht dabei.Ihre Schlafstelle ist hinter diesem Feuer, und Siebehält aus derselben eben diese grosse Aussicht,sieht ihr Gesinde zur Arbeit aufstehen und sich nie-derlegen, das Feuer anbrennen und verlöschen,und alle Türen auf- und zugehen, höret ihr Viehfressen, die Weberin schlagen und beobachtet wiede-rum Keller, Boden und Kammer. Wenn sie umKindbette liegt, kann sie noch einen Teil, dieser

häuslichen Pflichten aus diesen ihrer Schlafstelle wahrnemenJede zufällige Arbeit bleibt ebenfalls in der Kette derübrigen. So wie das Vieh gefüttert und dieDresche gewandt ist, kann sie hinter ihrem Spinn-rade ausruhen, anstatt dass an anderen Ortenwo die Leute in Stuben sitzen, so oft die Haus-tür aufgeht, jemand aus der Stube dem Frem-

den entgegen gehen, ihn wiederum aus demHause führen und seine Arbeit so langeversäumen muss. Der Platz beir dem Herdeist der schönste unter allen. Und werden Herd der Feuergefahr halber von derAussicht auf an Diebe absondert, be-