Schloß Anif.Sonntag, 19. VII. 1914.¾ 5 h war es, als ich aufstand. Um 6 h waren wir in der Heiligen Messe und auch bei der HeiligenKommunion. Vor dem Gabelfrühstück gingen wir noch in den Wald und wanden ein kleinesImmergrün-Kränzlein für das rote Marterl. Das Wetter war herrlich, obwohl der Himmel etwas mit Wolken bedecktwar. Ich schrieb dann noch eine Karte an meine Eltern. Der Rest des Vormittags verging mit Himbeerund Ribisel pflücken. Nach dem Essen pflückten wir wieder Ribisel und machten uns dann auf um nach MariaPlain zu wandern. Bis Salzburg fuhren wir mit der Bahn und von dort gingen wir auf Schusters Rappenhinauf zum Wallfahrtsort. Die Aussicht ist herrlich. Ganz Salzburg mit seiner Umgebung liegt zu unseren Füßenausgebreitet. Nachdem wir uns durch eine kleine Jause gestärkt hatten, schauten wir uns die Kirche recht genau an.Bald darauf brachen wir auf und marschierten nach Hause. Die Sonne ging prächtig unter und versprach für morgen ein schönes Wetter. Nach dem Abendessen wollten wir zu den Schwestern gehen, kamen aberschon zu spät. Vor dem Schlafengehen schrieb ich noch mein Tagebuch. Hoffentlich ist es morgen zu unserer Salzkammergut Partie recht schön. Ich freue mich schon ganz schrecklich darauf.Montag, 20. VII. 1914.Die Sonne sendete ihre erste Strahlen in mein Zimmer als ich erwachte. Bald darauf um ¼ 5 h kam Tante um mich zu wecken. Heute gehts ja ins Salzkammergut. Im Nu war ichangezogen. Vor ¾ 6 h waren wir marschbereit. Ein kühler Morgenwind weht und macht uns das Gehen leicht und angenehm. Onkel, Grete, Hans und ich wanderten unseremlieben Salzburg zu, von wo uns die Bahn nach Attnang bringen sollte. Um ¼ 8 h verließ der Zug die Bahnhofshalle. Die Fahrt kannten wir schon deshalb lasen wir etwas vom Salzkammergutvor. Bald aber übermannt uns eines nach dem anderen der Schlaf. Von Attnang dampften wir weiter nach Gmunden. Die Stadt selbst gefällt mir ziemlich gut. Einzig herrlich aber ist, dass sie besonders
Objekt
Reisetagebuch von Maria Kitzler, 1914 : Die Ferien - 1914 - in Salzburg
(Originaltitel)
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transkribiert von Gutweniger, Greta