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Reisetagebuch von Maria Kitzler, 1914 : Die Ferien - 1914 - in Salzburg
(Originaltitel)
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transkribiert von Gutweniger, Greta

Denn morgen gehen wir, wenn schönes Wetter ist zum Königsee. Ich freu(e) mich schon sehr.Mittwoch, 15.VII.1914.Um 4 h klopfte es an meine Tür. Geschwind war ich aus den Federn. Der Himmel war ganz blau. Ich hatte noch nicht meine Schube angezogen als es abermals klopfte. Tantekam rein und sagte mir, dass wir heute nicht auf den Königsee gehen konnten wegen Gretes geschwollener Wange. Hinter ihr stand Grete mit blau geschwollener Wange.So konnte sie natürlich nicht gehen und wir verschoben nun den Ausflug auf morgen. Wir gingen alle wieder zu Bett und schliefen genau alle bis um ½ 7 h. Nachdem wir gefrühstücktund ich mein Bett gemacht hatte setzten wir 2 Mädchen uns auf den Balkon um zu rechnen. Hans war mit dem Rad nach Salzburg gefahren. Dann machten wir uns über das Tagebuchund schreiben mit unterbrechung beim Mittagessen bis um 2 h. Danach pflückten wir Ribisel für die Hausfrau. Einstweilen hatte sich der Himmel mit einigen Wolken bedecktund schwüle Hitze drückte uns fast nieder. Wir zweifelten ob es morgen schön sein wird. Hoffentlich.Nach der Jause wollten Grete und ich zum Fager gehen um Blumen. Hans schloss sich uns an. Die Sonne schien so hell und warm herunter, dass mir der Hals der oben hin schon ganz aufgebranntwar ziemlich weh tat. Wir fanden einige Erdbeeren und pflückten dann oben auf der Wiese Blumen; dann ließen Grete und ich uns ins weiche Gras nieder und sangen einigeLiedchen. Wahrscheinlich waren sie nicht auf das Beste gesungen; denn Hans stand auf und ging fort. Wir hinter drein. Bis zum Nachtmahl wanden wir unsere Sträußchen für dasTagebuch. Gegen ¾ 8 h besuchten Grete und ich die Schwestern im Kloster. Eine kam herzu und sprach eine Zeitlang sehr lieb mit uns. Als wir nach Hause kamen war Onkelgerade von Salzburg gekommen. Der Himmel wurde immer schwärzer. Unsere Hoffnung für den kommenden Tag schwand immer mehr und mehr. Ein Weilchen blieben wir noch untenvor dem Haus sitzen. Wir plauderten und spielten mit Franzi und Pepi. Bald aber mussten wir uns zur Ruhe legen; denn wenn es morgen schön sein sollte so gehen wir zumKönigsee. Es schaut aber nicht so aus als sollte sich der Himmel uns günstig zeigen.