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Reisetagebuch von Maria Kitzler, 1914 : Die Ferien - 1914 - in Salzburg
(Originaltitel)
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transkribiert von Gutweniger, Greta

Glasenbach, Montag, 6. VII. 1914.Schon bei der Abfahrt erlebte ich einen kleinen Zwischenfall. Ich machte nämlich meinen erstenBergsturz mit, von der Stiege runter. Die Eisenbahn führte uns ins schöne Salzburger Land. Bei herrlichem Wetter langten wir inGlasenbach an. Grete half mir den Koffer auspacken. Danach nachtmahlten wir noch auf dem Balkon währenddessen der Mond sein sanftes Licht auf Berge ausgoss.Dienstag, 7. VII. 1914Schon früh am Morgen weckte mich Grete auf zum gemeinsamen Gang in die Kirche. Weil aber an diesem Tag das Requiem für den ermordeten Erzherzog-Thronfolger erst um 8 h war, so mussten wirwieder heimgehen. Vor dem Requiem machte ich noch mein kleines, aber allerliebstes Zimmerl in Ordnung. Danach ging Grete, Hans und ich in den Wald, der knapp hinter unserem Hausliegt. Wir stiegen zum Olferer auf. Sogar Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren gab es schon. Jede von uns pflückte ein Sträusschen Erdbeeren für Gretes Mutter. Dann wanderten wirmiteinander zum Glasenbach hinab und mit hungrigem Magen kamen wir zuhause an. Nach dem Mittagessen das uns vortrefflich mundete, begleiteten Grete und ich den Hans nach Aigen um seinRad abzuholen und auf Umwegen kehrten wir durch den Wald zurück. Grete zeigte mir noch das Plätzchen im Wald, an dem sie vor 3 Jahren mit den Schwestern des Ursulinenklosters von Salzburg gesprochen hatte. Es ist ein bewirtschaftetes Gehöft auf einer Wiese umgeben von dunklen Buchenwäldern.Nach der Jause wollten wir einen Spaziergang nach Hellbrunn unternehmen, aber strömender Regen hielt uns davon ab. Grete und ich machten uns nun über das Tagebuch. Unter Plaudern und Schreiben verging die Zeit sehrangenehm und rasch. Wie oft dachte ich mir schon heute:Wenn doch Mütterchen da wäre, wie gut würde es ihr gefallen!Gegen Abend lasen Grete und ich abwechselnd vor, bis es hießSchlafen gehen!