306Elisabeth Haug, Sabine Zinn-Thomas, Matthias MöllerAbb. 1:Zeitanteile nach Arbeitsgebieten in der Landesstelle fürAlltags- und Regionalkultur in Staufen.des BLM. Damit ging eine größere Sichtbarkeit der Bestände inner-halb wie außerhalb des Badischen Landesmuseums einher.Die Inventarisierung von Altbeständen und Neuzugängen,deren Digitalisierung und später deren Ausspielung folgen oft unter-schiedlichen Logiken und Anforderungen. Beispielsweise musstenim Zuge einer Wertermittlung der Bestände, die das Bundesland vonseinen Museen(und damit auch von der Landesstelle als Teil desBLM) verlangte, in relativ kurzer Zeit eine große Anzahl an elektro-nischen Inventarisierungen vorgenommen werden. Da es dafür keinepersonelle Aufstockung gab, gelang dies nur auf Kosten von inhalt-licher Arbeit und in vielen Bereichen nur durch Konvolut-Bildungen,die nun zur Onlinepublikation im digitalen Katalog wieder aufgelöstwerden müssen.Die Digitalisierung selbst erfolgt aufgrund von wechsel-haften Erfahrungen mit Drittanbieter:innen im eigenen Haus unddann vor allem im Rahmen von Drittmittelprojekten. Letztere zie-len zumeist auf einzelne, vorab erschlossene Teilbestände, da gemäßder vorherrschenden Förderlogik externe Gelder in der Regel nur fürbeschriebene und kontextualisierte Serien beantragt werden können.Insbesondere bei umfassenden Nachlässen folgt die Priorisierungeiner bestimmten Auswahl nicht den Anforderungen an eine umfas-sende Erschließung des Gesamtwerks. Denn um in sich geschlossene,umfassende Bestände(wie Nachlässe oder thematische Sammlungen)
Aufsatz
Digitale ethnografische Archive : Theorie- und Praxisperspektiven auf den Umgang mit Kulturerbe im digitalen Alltag
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