„Without my iPhone I would be screwed“:255dass sein Mobiltelefon noch auf dem Tisch läge – auf den Punktgebracht, welchen Stellenwert mobile digital devices im Kontext sei-nes Lebensstils hatten:„Oh my God – without my iPhone I wouldbe screwed.“69Epilog:„Persistenz und Rekombination“?Deutlich wurde: Für die lebensstilistischen Experimente der pri-mär beforschten Akteure waren Aspekte der Digitalisierung unab-dingbare Voraussetzung. Angesprochen ist damit in erster Liniedas„Enabelingpotenzial“70der technischen Hilfsmittel, derer sichdie beforschten Escorts der 2010er-Jahre selbstverständlich bedien-ten. ‚Selbstverständlich‘ deshalb, weil sich alle primär beforschtenAkteure angesichts ihres Lebensalters zu den digital natives in demvon Prensky erstmals 2001 und später von ihm selbst und von ande-ren wiederholt beschriebenen Sinne71zählen. Diese Selbstverständ-lichkeit der Nutzung digitaler Hilfsmittel und Ressourcen verweistdarauf, dass hier Techniken veralltäglicht wurden, was sich im„Unbe-merkten des Umgangs“ mit ihnen manifestierte.72Diese Selbstver-ständlichkeit erinnert auch an Bausingers Diktum vom„natürlichen“Umgang mit Technik.73Tatsächlich wussten die primär beforschtenAkteure, dass sie alles, was sie brauchten(Produkte, Dienstleistun-gen, touristische und queertouristische Informationen, Dating- undVernetzungsplattformen, digitale Sexarbeitsmärkte), online findenkonnten, weshalb sie kaum jemals vertieft darüber nachdachten,dass ihr(seinerzeitiger) Lebensstil durch Techniken erst ermöglicht69Erinnerung an den gemeinsamen Aufenthalt in Paris 2013. Zumindestrandständig bemerkenswert im Rückblick: A. sprach nicht vom ‚cellphone‘ oder ‚mobile phone‘, sondern – unter Rückgriff auf die Bezeich-nung des Markenprodukts – vom ‚iPhone‘.70Schönberger(wie Anm. 29).71Siehe unter anderem Mark Prensky: Digital Natives, Digital ImmigrantsPart 1. In: On the Horizon 9(5) 2001, S. 1–6; ders.: Listen to the Nati-ves. In: Educational Leadership 63(4) 2005, S. 8–13; Johann Günther:Digital Natives& Digital Immigrants. Innsbruck, Wien, Bozen 2007.72Vgl. Thomas Hengartner, Johanna Rolshoven: Technik – Kultur – All-tag. In: Dies.(Hg.): Technik-Kultur: Formen der Veralltäglichung vonTechnik – Technik als Alltag. Zürich 1998, S. 18–49, hier S. 46.73Hermann Bausinger: Volkskultur in der technischen Welt. Stuttgart 1961,S. 3.
Aufsatz
„Without my iPhone I would be screwed“ : Cosmobile Escorts in der globalisierten Sexindustrie : lebensstilistische Experimente
männlicher Sexarbeiter im Zeitalter von Mobiltelefonie und internetbasierter Kommunikation
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