138Christine Hämmerlingspürbar, dass es ihr eigentlich ein Anliegen wäre, ihren Medienkonsumnoch bewusster zu regulieren, überhaupt sich besser zu regulieren – sowie ihre Nachbarin – und somit einen schmaleren„ökologischen Fußab-druck“ zu hinterlassen. Ihre„Vergehen“ verzeiht sie sich jedoch.Als ich sie frage, ab wann ihre Töchter Smartphones hatten,erzählt sie, dass das in der 6. Klasse gewesen sei. Markant daran ist,dass die Töchter andere Daten nennen, da sie zwischen Tastenhandy undSmartphone unterscheiden. Diese Nichtdifferenzierung verdeutlicht dieunterschiedlichen Perspektiven von Mutter und Tochter.Bei der Arbeit im Kindergarten sei es ihr sehr wichtig, dass dieKleinkinder sie als erreichbar, ansprechbar wahrnehmen und sie ist davonüberzeugt, dass das nicht möglich wäre, wenn sie ein Smartphone in derHand hätte. Sie meint, zunehmend Defizite bei Kindern zu beobachten,die sie unter anderem auf die Fernseh- und Smartphone-Umgebungender Kinder zurückführt. Sie bezieht sich dabei mehrfach auf Vergleiche zuihrer eigenen Kindheit, in der sie auch bei Regen draußen gewesen undauf Bäume geklettert sei.Die eigene Kindheit dient also als Argumentation dafür, wie einegelungene, gesunde Kindheit aussehen müsse. Die Erwähnung vonDraußensein und Klettern als physisch-kognitiven Tätigkeiten wer-den dem Dasein mit Smartphone gegenübergestellt, das dadurch imStarren und drinnen verortet wird. Das Gespräch mit Sophie verdeut-licht besonders anschaulich Abweichungen in Sinnzuschreibungenund Evaluierungen entlang unterschiedlicher Technologien(Dumb-phone versus Smartphone). Der Rückblick auf die eigene Kindheitstellt eine typische Argumentationstechnik dar, die heutige Zeitinfrage zu stellen. Besonders betont wird von Sophie ähnlich wie vonHelene die Idee der ungestörten zwischenmenschlichen Kommuni-kation im Erziehungszusammenhang.Theresa Rasch(21), Verwaltungsangestellte,Tochter von Sophie RaschTheresa Rasch, Sophies Tochter, ist 21 Jahre alt und arbeitet als Verwal-tungsangestellte in einem Rathaus. Sie führt das Gespräch mit mir perZoom, von ihrer neuen Wohnung aus, in der noch kaum Möbel stehen.Sie hat in der Woche, in der wir miteinander sprachen, ihre erste volleArbeitsstelle begonnen und kennt in dem Ort noch kaum Leute. The-
Aufsatz
Auf der Suche nach einer anderen Präsenz : zur Einschränkung der Smartphone-Nutzung in Schule, Erziehung und eigenem Alltag
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