Auf der Suche nach einer anderen Präsenz137Kommen die da ins Zimmer, sind da drei Spinnen, texten die das gleichnach Hause, machen da die Hysterie, und ich kann mich dann noch darumkümmern: In was für dreckigen Zimmern wohnen sie da eigentlich?“Nach kleineren Widerständen gelang Helene der Durchbruch,die Klassenfahrt, bei der das Handy zu Hause blieb:„Bei den Schüler:in-nen, als wir das präsentiert haben, gab es bei einigen einen kurzen Auf-stand, aber, weil wir das mit den Eltern so entschieden haben und nichtmal alle in der Klasse ein Smartphone haben, war die Sache vom Tisch.“Ein Sinnbild dessen, was eine Klassenfahrt aus Sicht der Befragten füreine Funktion hat, konnte somit erhalten bleiben. Die bedrohliche, weilverkomplizierende und antisoziale Zukunft im Digitalen konnte ihr zufolgenoch einmal abgewendet werden.Die weitgehende Selbstdisziplin, die sich in vielfachem Verzicht aus-drückt, ist in Helenes Reflexion vorherrschend. Der Eindruck einerSuchtgefahr ist ausschlaggebend für diese Haltung. Leitendes Prinzipist die Egalität: Sie bemüht sich dabei, für Schüler:innen ähnlicheMaßstäbe anzusetzen wie für sich selbst und ihre kleine Tochter, dienoch wenig Kontakt mit digitalen Medien hat. Das Erleben von Situ-ationen in Präsenz hält sie als Ideal fest, verknüpft dies aber – ähnlichwie Geesa – mit dem Ziel, die Eltern aus der Schul-Sphäre rauszu-halten. Hier ergeben sich somit Parallelen zum Reddit-Post„WhenI’home, I’m home“, zumal auch dort eine wahre Präsenz von einerdigitalen Präsenz unterschieden wird. Zugleich finden sich Parallelenzu den YouTube-Clips, in denen sich sowohl ein Hang zur Sucht wieauch eine bewusste Entscheidung zum Verzicht ausdrücken.Sophie Rasch(46), ErzieherinSophie ist Kindergartenerzieherin und hat zwei erwachsene Töchter, diejeweils erst relativ spät ein Smartphone erhalten bzw. sich dann mit 13und 16 Jahren selbst gekauft haben. Die ältere Tochter, Theresa, wurdespäter ebenfalls interviewt.Sophie ist gerne draußen. Dieses draußen sein, sich bewegenund lange, ausführliche Kommunizieren liege ihr besonders am Herzen.Sie hat ein Smartphone. Sehr lange reichte ihr jedoch das Tastenhandyebenso aus, wie ihren damals noch jungen Töchtern. Ihr Smartphone liegtmeist in der Tasche. Nur ab und zu lädt sie es auf und schaut nach Nach-richten der Töchter oder des Partners. Im Interview wird vornehmlich
Aufsatz
Auf der Suche nach einer anderen Präsenz : zur Einschränkung der Smartphone-Nutzung in Schule, Erziehung und eigenem Alltag
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