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und stellt einen rüstigen Kampflustigen, ihn am Rocke haltend, als Mitkämpfervor. Beide Anführer und die Kämpfer reichen einander, nach alter deutscherSitte die Hände, zum Zeichen der Freundschaft. Die Anführer treten zurück.Es schließt sich um die Kampfbeginnenden ein weiter Zirkel. Die Kämpferfassen sich gegenseitig bei den Röcken.31) Sie kreisen sich; Schnelligkeit der Füße,Kraft des Körpers, Besonnenheit und Gewandtheit entscheiden. Oft wie vomBlike getroffen, stürzt durch unglaublich schnelle Bewegungen der Füße seinesGegners, sich mächtig sträubend, der Stärkere zu Boden. Eine tiefe, nur zu-weilen durch eine halblaute Verwünschung des erröteten Besiegten unterbrocheneStille herrscht. Der Ringkampf wird von neuem begonnen. Der dreimal Be-siegte32) kehrt mit gebeugtem Nacken, oder wenn er den Kampf nicht aufgebenwill, von seinem Führer abgeschafft, beschämt in die sich öffnende Mitte seinerbeschämten Landsleute zurück. Ruhig, mit erhobenem Haupte, und mit gierigenBlicken einen neuen Mitkämpfer suchend, bleibt der erhitzte Sieger am be-tretenen Kampfplatze stehen. Der Anführer eines Landes bringt nun, wie zuvor,einen anderen stärkeren Gegner. Nachdem sie sich grüßen, beginnt der Kampfvon neuem. Der Sieger wird endlich selbst besiegt. Es treten immer neue Ringerauf, bis endlich einer alle besiegt, und keiner den Kampf zu erneuern sich anmaßt.Mit lächelnder Miene steckt der Allbesieger die ihm von den Seinigen ge-reichten frummen Schild- Hahn- Federn auf seinen grünen Hut, während dieüberwundenen ihre Federn von den Hüten beschämt abnehmen müssen.
Wie im Triumphe wird der Sieger vom Kampfplatze ab, zurück auf denMarkt geführt, wo sie alle, auf seine Gesundheit trinkend, bei einem GläschenWein, Branntwein oder Rosoglio sich erholen. Erzählungen und Lobeserhebungender bewiesenen Geschicklichkeit, Gewandtheit, Kraft und Mut des Siegers, undzuletzt ein Tanz mit den schönsten Hirtinnen, schließen das frohe Volksfest derkraftvollen Gebirgsbewohner dreier Länder.
Schnell erschallt überall der Name des Siegers; er wird mit einer ArtVerehrung ausgesprochen, und als Held unter diesen Gebirgsbewohnern aus-gezeichnet.
Der im Jahre 1812 als Besitzer des Fercherhofes zu Althoffen verstorbeneJoh. Strans trat unbesiegt vom Kampfplatze körperlicher Stärke und Ge-wandtheit der kernigen Gebirgsbewohner dreier Länder ab, noch lange wirdbei ihnen sein Andenken unter dem Namen des Magdaleniger Han-sels 33) fortleben."
31) Diese Praeludien hat der Schreiber dieser Zeilen bei nächtlichen Zu-sammenstößen der Gaßlbuam im Gößl am Grundlsee mit einer fremden ,, Paß",d. h. Burschen der Gemeinde Strossen oder Grundlsee, oft und oft einer meistharmlosen Balgerei vorangehen gesehen.
32) Auch der Raufjodl( vgl. das 17. Gsätzl unseres Liedes) geht dreimal mitdem Pfarră Hiaßl 3samm.( über
33) v. Hörmann gedenkt des Spitaler Hansele, eines Jochberger Bauern-sohnes, der durch 20 Jahre unbesiegt blieb, ferner des Neuhausers von Obern-dorf ob St. Johann im Unterinntal, des vulgo Dores, des Neuwirts von Wilten,des Flunk von Vils, Rainer Sepp, Hausmann von Briren, Hueber vonStummesberg, Moser im Tal von Anzering und eines Höllenrammel genanntenMairraffers.
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