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Zwey schöne lustige Lieder : das Erste von dem Schrägel-Thomerl ; das Anderte von dem Jungen Rauff-Jodel
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dieser Gelehrte das Wort Kar zu erklären sucht und die DefinitionSteubs, 13) nach welcher Kar rasenisch für Berg stehe, mit Rechtaus dem volksläufigen Sprachgebrauche widerlegt. Auch F. F. Kohlgibt 14) für Kar die Erklärung Geröllhalde, Spitze. Treffend leitetProf. Much demgegenüber Kar vom ahd. char Kessel ab, erwähnt,daß germanisches r öfters auf älterem s beruhe, wie z. B. die heutenoch üblichen Formen gewesen aus was, war. dialektisch friesenneben schriftdeutschem frieren beweisen. Kar sei gleichbedeutend mitdem gotischen Kas= Gefäß und bezeichne in unserer bairisch- öster=reichischen Mundart nie eine Spitze oder Berg, wohl aberdas Gegenteil davon, nämlich eine Mulde, einen Kessel imHochgebirge.

Wenn nun der Schreiber dieser Zeilen, da Steubs Nachweis rase=nisch für Kar nicht auf festen Füßen zu stehen scheint, auch Purt-schellers apodiktischem Vermerk celtisch gegenüber, der dem WorteRees anhaftet, sich eines gelinden Mißtrauens nicht erwehren zukönnen glaubt und an die Möglichkeit denkt, daß dies in unserendeutschen Alpen übliche Wort sich etwa auch auf geradem Wege ausdem Germanischen ableiten ließe, möge die alte Rechtschreibung unseresFlugblattes( nach welcher geschriebenes Rås vielleicht kas ausge=sprochen wurde) seine Vermutung eines Zusammenhanges mit demWorte Kar rechtfertigen. Es wäre nicht undenkbar, daß unter demFloitn Kees, wie oben angedeutet, eine abgelegene Hochmulde undunter der Keesgruft eine von diesem Kar erreichbare Schlucht zuverstehen sei, obwohl letztere Bezeichnung mehr dafür spricht, an eineGletscherspalte und unter Kees an ein Eisfeld zu denken. Mit demSchauplatz der Handlung des Liedes persönlich nicht vertraut, ist derVerfasser dieses Aufsatzes notwendig auf die Mitteilung solcher an=gewiesen, denen die örtlichen Verhältnisse bekannt sind und bittet umauthentische Nachricht, die geeignet sein möchte, Licht in die Sachezu bringen, leichten Herzens gewillt, seine Mutmaßung, die bloß alssolche gewertet werden möge, wirklicher Kenntnis zu unterordnen.

Hiemit wenden wir uns vom Schragl Thomerl Liede dem anderenauf unserem Flugblatte befindlichen von dem Jungen Rauff=Jodel zu.

13) in dessen Rätien" S. 64-69.

14) in seinen, Echten Tyrolerliedern" S. 295.

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