ist im alten Stiftsort auch dementsprechend. In den unvermeidlichen Kram="buden sind neben Heiligenbildern auch Glücksbringer und andere Andenkenerhältlich. In Wien versuchen verschiedene Gaststätten mit eigenen„ Leopoldi-feiern" einen Teil der Feiernden an sich zu ziehen, was mit Hilfe von Komi-kern usw., ähnlich wie bei den Neujahrsfeiern etwa, vor sich geht. Das alteVolksstück„ Mein Leopold" wird noch alljährlich an verschiedenen Bühnenaufgeführt. So hat das Heiligenfest eigentlich alle anderen Bräuche vom Endedes Wachstumsjahres in sich aufgenommen und sich allein als Terminfest desStädters erhalten.
Der Beginn der Vorweihnachtszeit ist in Wien noch durch das Sprüch-lein des Katharinentages( 25. 11.)" Katrein, stellt de Tanz ein"bekannt. Weit bedeutender als alle anderen vorweihnachtlichen Feste ist nochimmer das des h l. Nikolaus¹). Das Fest in seiner Form als Kinderfestist in Wien altbeheimatet. Um 1680 schreibt der englische Arzt E. Brown:" Sie( die Wiener) haben eine Gewohnheit, daß sie auf den St. Nikolaus-Tag den Kindern einige kleine Geschenke in die Schuh stecken. Undter anderenaber thun sie gewisse Thaler von Papier und Blumen, die verguldet und ver-silbert seyn, darunter, welche doch kaum eines Pfennigs wert." Im 18. Jahr-hundert hatte das Nikolausfest offenbar dieselbe Rolle inne wie heute Weih-nachten. Auch die kaiserliche Familie beschenkte am 5. Dezember. WovonBrown noch nichts schreibt, nämlich von der Einkehr des Heiligen und seinesBegleiters, also dem Umzug des Nikolo und des Krampus, erfahren wir imspäteren 18. Jahrhundert dann sehr viel. Die Aufklärer stellten ausgespro=chene Mißbräuche dabei fest und wetterten in einigen Broschüren, die Gugigzugänglich gemacht hat, dagegen. Auf diese Weise haben wir ziemlich um-fangreiche Beschreibungen des Brauches und sogar manches von den Sprüchenerhalten. Eigenartiger Weise schenkte man zu Nikolo auch zuletzt ein grünerBaum, mit brennenden kleinen Kerzchen bestekket, auf welchen etwelche Pfundcandirtes Zuckerbacht ebenso glänzen, wie der vom Reife candirte Kirschbaumzur Winterzeit schimmert"( 1782). Noch 1817 spricht Karoline Pichlerdavon, daß sie die Bescherung nicht zu Weihnachten, sondern nach der altenösterreichischen Sitte" zu Nikolo abhalte. Der Brauch hat an Weihnachtennun wohl die Beschenkung abgetreten, doch in seinen Grundzügen sich trotzder Aufklärung bis heute erhalten. Noch immer treiben sich maskierte Bubenam Nikoloabend in den Gassen herum und erscheint der hl. Nikolaus miteinem oder mehreren Begleitern in den kindergesegneten Familien, wo dieKinder zunächst auf ihre Artigkeit im vergangenen Jahr gefragt werden, dann
1) Gugiz, Das Nikolaus- Fest in Alt- Wien: Blümml- Gugiz, Von Leuten und Zeiten, S. 36 ff.
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