Fiaker, die nicht mehr vorhandenen Wäschermädeln und ähnliche WienerTypen.
In keinem rechten Anschluß an diese Elemente steht der stadtjunge, auchnicht mehr halbbäuerliche Fabriksarbeiter. Auch bei ihm ist eine gewisse Drts-gebundenheit festzustellen. Der Süden und Südosten der Stadt ist seit langemsein Territorium, der einstweilen noch sehr gemischte Norden und Nordosten,besonders nördlich der Donau, gehört zum Großteil auch ihm an. GewisseBezirke sind ja sprichwörtlich für seine Siedlung, der zehnte Bezirk, der indas unbesiedelte Gelände des Wienerberges und damit in eine Zwischenzonezwischen Stadt und Land verläuft, die dem untersten Großstadtvolk einge-räumt erscheint; der einundzwanzigste Bezirk, der als ganz junge Siedlungdoch Besitz des Fabriksarbeiters ist. Der Westen ist auffallend bürgerlich. Dbes sich um die dicht besiedelten Bezirke des Ringes der inneren Vorstädtehandelt oder um den Villengürtel in Hietzing und Döbling, es erscheint dochimmer wieder dieselbe Besiedlerschichte. Für den Westen war früher mehrdas Zwischenstadium der halbbäuerlichen Kreise charakteristisch, aus demWien heute noch Stimmung und Beliebtheit, wenn auch nur im Abglanzder wienerischen Kunst bezieht, obwohl von den Driginalen fast alles längstdahin und unzeitgemäß ist. Die Erscheinungen von Fiaker, Wäschermädel,Volkssänger aus den Zeiten der Geburtswehen der Großstadt Wien, die nichtmit dem Erbe zu verwechseln sind, gehören nur mehr fälschlich zum BildWiens. Ihre Stellung muß später noch behandelt werden. Festzuhalten sinddiese Dinge, auch wenn sie schon der Vergangenheit angehören, nur für dieMöglichkeiten der Volksgliederung in der Großstadt.
3º