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Wiener Volkskunde : ein Aufriß
Entstehung
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Spuren der Lady Montagu kamen, nur die guten BeobachterinnenTrollope und Turnbull. Mit ihren Stimmen vermischen sich zur gleichen Zeitösterreichische, die teils selbst schilderten, teils in Erinnerungen sich äußerten,teils aber aktiv im Leben ihrer Zeit standen und für den Tag schrieben, wasüber den Tag hinaus wertvoll bleiben sollte. Der wichtigste Vorläufer dieserRichtung ist das seltene Werk ,, Vienna curiosa et gratiosa oder Das an-jezo lebende Wien..." von Josef Neiner( 1720-21) 1), der sich pseudonymin dem Chronogramm a qVoDaM sInCero patrIota, aVstriaCo-ViennensI" verbarg. Die Themen, die Neiner bereits anschlug wie Kinderzucht"," Sitten"," Sprach- und Lebens- Wandel deren Wiene-rinnen", finden sich in der josephinischen Broschürenliteratur wieder behandelt.Die Erinnerungen eines Johann Fekete de Galántha( 1787) 2), einer Karo-line Pichler³), eines J. Castelli), die Schriften eines JohannPezz15), eines Franz Gräffer6), eines Friedrich Anton von Schönholz7)werden um 1800 vor allem wichtig; Dokument ersten Ranges sind undbleiben Josef Richters Eipeldaner Briefes). Das josefinische und franziszeischeWien ist uns wahrlich besser bekannt als das Wien irgendeiner anderenEpoche. Im Vormärz nahmen alle Schriften dieser Art stark ab. Reisendewie Adolf Glaßbrenner9) oder bittere Einst- Österreicher wie Karl Postl, derin Amerika zum Charles Sealsfield geworden war und nun in seinem Buch,, Austria as it is" 10) Abrechnung hielt, waren selten. Um die Mitte des

1) 3 Teile, bei Johann Baptist Schilgen.

2) Wien im Jahre 1787. Herausgegeben und übersetzt von Victor Klarwill. Wien 1921.3) Karoline Pichler, Denkwürdigkeiten aus meinem Leben. Neuausgabe durch E. K. Blümml.(= Denkwürdigkeiten aus Alt- österreich, V. und VI.)

4) J. F. Castelli, Memoiren meines Lebens. Neu herausgegeben von Joseph Bindtner.(= Denkwürdigkeiten aus Alt- Österreich, IX./X.)

5) Johann Pezzl, Skizze von Wien. Neu herausgegeben von Anton Schlossar und GustavGugiz. Graz 1922.

6) Franz Graeffer, Kleine Wiener Memoiren und Dosenstücke. Neu herausgegeben vonAnton Schlossar und Gustav Gugit.(= Denkwürdigkeiten aus Alt- Österreich, XIII. und XIV.)

7) Traditionen zur Charakteristik österreichs, seines Staats- und Volkslebens unter Franz I.(= Denkwürdigkeiten aus Alt- österreich, III./IV.) Neu herausgegeben von Gustav Gugitz.München 1914.

8) Joseph Richter, Die Eipeldauer Briefe. 1785-1797. Neu herausgegeben von Eugen vonPaunel.( Denkwürdigkeiten aus Alt- Österreich, XVII./XVIII.) Ein sittenkritisch eingestellterVorläufer der modernen Volkskunde war der kurzlebige ,, Einsiedler, oder Bemerkungen über dieSitten und Gebräuche der Wiener". Wien 1820.

9) Adolf Glaßbrenner, Bilder und Träume aus Wien. Neu herausgegeben von ViktorKlarwill. Wien 1922. Nicht zu übersehen ist Carl Julius Weber, Deutschland, oder Briefe einesin Deutschland reisenden Deutschen. Stuttgart 1834, Bd. 2, S. 233 ff.

10) Charles Sealsfield, Österreich wie es ist oder Skizzen von Fürstenhöfen des Kontinents.Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Viktor Klarwill, Wien 1919. Nicht sehrbedeutend ist A. J. Groß- Hoffinger, Wien wie es ist. Neuausgabe von Julius Komrower,Wien 1925.

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